Wissen für Fachleute

Liebe Ärztinnen und Ärzte, liebe Hebammen, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen und alle anderen, die Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit von Berufs wegen begleiten – mit einem Wort: Liebe Profis!

„Das Fetale Alkoholsyndrom: Die unbekannte Behinderung“ war im Frühjahr 2012 eine Meldung aus dem Bundesgesundheitsministerium überschrieben. Noch immer ist in der Öffentlichkeit viel zu wenig bekannt, dass Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft heute die häufigste Ursache für eine nicht genetisch bedingte, angeborene Behinderung darstellt. Lassen Sie uns gemeinsam dafür arbeiten, dass dies nicht so bleibt.

Wissen weitergeben!

Als Fachleute wissen wir um die Risiken von Alkohol in der Schwangerschaft. Seit das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) in den 1970er Jahren erstmals beschrieben wurde, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit zu diesem Thema geforscht. Unsere Kenntnisse über FAS sind enorm gewachsen, in Deutschland hat die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) im Dezember 2012 eine S3-Leitlinie zur Diagnostik des Fetalen Alkoholsyndroms herausgegeben, die Münchner Wissenschaftler unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Neuropädiatrie erarbeitet haben. Bis heute jedoch ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt, welche Menge Alkohols zu welchem Zeitpunkt der Schwangerschaft Schädigungen hervorrufen kann.

„Es gibt für Schwangere keine unbedenkliche Trinkmenge und keine Schwangerschaftsphase, in der Alkoholkonsum sicher wäre”,

fasst die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS e.V.) die aktuellen Erkenntnisse zusammen. Unser Rat für werdende Mütter muss daher lauten: Schwanger? Null Promille!

Die Botschaft bekannt machen!

Mit unseren Materialien zur Kampagne können Sie “Schwanger? Null Promille!” auch ohne viele Worte zum Thema machen: Gerne senden wir Ihnen kostenfrei Plakate für Empfang, Wartezimmer oder das Schwarze Brett zu, ebenso wie kleine Erinnerungskarten, die Sie beim Gespräch mit werdenden Müttern weitergeben oder lose in den Mutterpass einlegen können. Auch transparente Hüllen für den Mutterpass, Schlüsselanhänger und ganz besondere Gutschein-Heftchen tragen die Botschaft weiter.

Weiterhelfen bei Alkoholproblematik

Nicht jede Frau schafft es ohne Hilfe, während der Schwangerschaft auf Alkohol zu verzichten. Wenn Sie den Eindruck oder auch die Gewissheit haben, dass eine werdende Mutter an einer Alkoholabhängigkeit leidet, sollten sie ihr professionelle Hilfe ans Herz legen. Wir haben die Kontaktadressen von Beratungsstellen zusammengetragen, die in dieser speziellen Situation weiterhelfen.

Überzeugungsarbeit leisten

Das Gespräch auf einen problematischen Alkoholkonsum zu bringen und Betroffene zu einer Verhaltensänderung zu bewegen, ist auch für Profis in Sachen Schwangerschaft und Geburt nicht einfach. Unterstützung kann die Motivierende Kurzintervention bieten, kurz “MOVE”.

MOVE ist ein Konzept zur Gesprächsführung bei riskantem Konsumverhalten, das in unterschiedlichen Situationen Anwendung finden kann, gerade auch „zwischen Tür und Angel”. Bayernweit gibt es MOVE-Fortbildungen für Kontaktpersonen junger Menschen, die von speziell ausgebildeten Suchtpräventionsfachkräften geleitet werden. Interesse? Willkommen!

Alkohol in der Schwangerschaft – erfolgreich Problembewusstsein schaffen: Die Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS) bietet dazu Seminare an, die sich besonders an Hebammen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Beratungsstellen richten. Neben fachlichen Informationen zu den Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft und zu Abhängigkeitserkrankungen gibt es dort die Möglichkeit, in Workshops typische Gesprächssituationen zu trainieren.

Kontakt: Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS), Landwehrstraße 60-62, 80336 München, Tel. 089-530730-0.

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