Ein letztes Reiseabenteuer vor der Geburt: Wie komme ich hin?

Der Termin rückt immer näher, aber ein kleines Abenteuer habe ich mir noch gegönnt. Wie hätte  ich das auch ausfallen lassen können: Eine meiner besten Freundinnen hat dieses Wochenende geheiratet. Das wäre an sich jetzt kein großes Abenteuer. Hätte die Hochzeit nicht in der Nähe von London stattgefunden.

Eigentlich hatte ich das Gefühl, ich seid wunderbar vorbereitet. Die Flugtickets hatte ich vor einigen Wochen gebucht, Beförderungsbestimmungen durchgelesen, Arzttermin für ein Attest vereinbart. Die Schwangerschaft verläuft problemlos – und somit sollte dem Abendteuer nichts im Wege stehen. Bis ich beim Arzt (leider nicht meine normale Frauenärztin, sondern ein Aushilfs-Kollege in der gleichen Praxis) hereinkam und sagte: Ich bräuchte ein Attest zum Fliegen und bin gerade in der 36. SSW.” Seine Antwort: “Das kann ich ihnen nicht ausstellen.”

Ganz so einfach machte er sich die Sache dann doch nicht. Er untersuchte mich (fand, dass eigentlich alles in Ordnung wäre, nur die Fruchtwassermenge unterdurchschnittlich aber normal), besprach sich mit Kollegen und entschied am Ende doch, mir kein Attest auszustellen.

Hm. Nicht so schlimm, es gibt ja auch noch die Bahn. Die Flugtickets stornierte ich, damit ich vielleicht doch noch einen Teil des Geldes wiedersehen würde. Mein Mann  bot an, die Zugtickets für mich zu buchen, doch dank Eurostar klappte das online nicht. Also tigerte ich – wie 100 andere Leute auch – am Mittwoch nachmittag an den Hauptbahnhof ins DB Reisezentrum. Hätte ich mal dran gedacht, dass das Wochenende mit den beiden Feiertag extra lang sein würde! Alle Züge am Donnerstag und Freitag schienen komplett ausgebucht zu sein. Nur ein Rückfahrtticket konnte ich im Reisezentrum noch ergattern.

Ach herrje – hätte ich die Flugtickets doch nicht so schnell storniert sondern noch ein paar Stunden gewartet. Aber ein Anruf bei der Fluggesellschaft zeigte: Stornierung ist durch, Tickets weg. Einen ähnlichen Flug könnte ich nur noch für € 650 haben. 650!?! Danke, nein. Also setzte ich mich doch wieder an den Computer und recherchierte Bahntickets. Irgendwie fand ich dann doch noch eine Lösung, indem ich den Eurostar separat buchte. Abfahrt: Freitag um 4:30 Uhr in der Früh. Preis: Keine € 650, aber trotzdem nicht billig. Aber wenigstens sank mein Blutdruck wieder auf annehmbare Werte. Jetzt werde ich zwar das “Rehearsal dinner” und ein paar gemütliche gemeinsame Stunden am Freitag verpassen, aber wenn ich aufgegeben hätte, würde ich das bestimmt für eine lange, lange Zeit bedauern. Und das schwangerenbauch-gerechte Brautjungfernkleid wartet ja auch schon auf seinen großen Auftritt.

Wie es mir unterwegs und auf der Hochzeit ergeht, erzähle ich euch dann am Montag. Und nein, das Kind wird bestimmt kein Engländer, wie die Brautmutter schon prophezeit.

 

Quelle: Bild (c) privat

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