Die zwei wundervollsten Zellhaufen der Welt

Achtzeller

Drei Jahre lang hatten mein Freund und ich versucht schwanger zu werden. Bis uns eine Ärztin direkt ins Gesicht hat: „Das wird nichts. Da können Sie noch ewig rumprobieren.“ – Das war ernüchternd, schlimm, traurig, aber das ist ein ganz anderes Kapitel. Wir haben uns für eine ICSI entschieden. Erst vor fünf Wochen haben wir wegen der Zuschüsse der Krankenkasse flott geheiratet und dann ging alles ganz schnell. Und jetzt war der Tag der Tage: der Transfer. Ab sofort leben zwei Achtzeller in meinem Bauch. Wir halten das Bild von unseren Zellhäuflein immer wieder in den Händen. Ich schicke es per WhatsApp meiner besten Freundin mit den Worten: „Sind die nicht süß?“ Für meinen Mann Chris und mich sind diese zwei Zellhaufen das Wertvollste, was wir je gesehen haben. Es könnten unsere Babys werden! „Hat es nicht niedliche Bäckchen?“, fragt mich mein Mann. Ich hab Tränen in den Augen und er kann heute gar nicht aufhören, meine Hand zu halten.

Beim Transfer durfte er assistieren. Über einen Schlauch wurden die beiden in die Gebärmutter transferiert. Chris hielt das Ultraschallgerät. Zellhaufen Nr. 1 verschwand sofort in einer Ecke. Nr. 2 drehte noch eine Runde. Vielleicht sagte es „Hallo“. Ja, sehr wahrscheinlich.

Anschließend gingen wir frühstücken. Ich bin noch nicht einmal ansatzweise schwanger und doch habe ich mir einen frisch gepressten Saft bestellt und nur einen kleinen Espresso getrunken. Ich bin doch so furchbar aufgeregt und möchte alles richtig machen. Ist mir egal, wenn ich übertreibe. Ich war einer Schwangerschaft noch nie so nah wie heute.

Jetzt heißt es abwarten. Die beiden Achtzeller müssen sich weiterhin teilen, sich einnisten und wenn alles gut geht, halte ich bald einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Und wenn es nicht klappt, machen wir weiter. Ich bin absolut zuversichtlich. Immerhin haben sich Eizellen und Spermien vereint und weiterentwickelt. Besser könnten die Voraussetzungen nicht sein.

Quelle: Bild © privat

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