Gestern war Muttertag.

muttertagFrüher dachte ich, ach, wenn ich mal Mutter bin, dann werde ich am Muttertag etwas länger ausschlafen können, mein Mann kümmert sich um das Kind/ die Kinder, macht Frühstück und stellt ein paar Blumen auf den Tisch.

Gestern bin ich wie jeden Morgen seit 1,5 Jahren um 6:00h aufgestanden. Alleine, egal ob Wochenende, Feiertag oder Muttertag. Ich habe Franz gewickelt, ihm Frühstück gemacht, ihn noch mal gewickelt & angezogen. Dann die Küche wieder aufgeräumt, die Essensreste vom Boden gekratzt, Wäsche abgehangen & zusammengelegt, dreckige Wäsche gewaschen & aufgehängt. Das Bett gemacht, den kompletten Boden der Wohnung gewischt, etc. nebenbei versucht Franz zu beschäftigen, der währenddessen die Wohnung wieder auseinander geräumt hat.

So geht es wohl den meisten Frauen, die seit der Geburt alleinerziehend sind & keine Familie vor Ort haben. Da gibt es niemanden, der mal schnell noch was einkaufen geht, sich ums Kind kümmert während man den Haushalt macht, man krank ist, duschen oder arbeiten muss.

Alltag Wochenende: Um ca. 10h ist dann alles erstmal „ok“ erledigt, man selbst ist aber bereits völlig erschöpft & hat noch nicht mal geduscht.

Man bekommt dann Anrufe von Freunden, die gerade aufgestanden sind, einem erzählen, wie cool der Vorabend war, wie müde sie noch sind und erstmal „chillen“ & was später noch alles ansteht.

Um dann doch irgendwie am „Sociallife“ teilnehmen zu können, springe ich in die Dusche. Franz steht vor der Badewanne, weint & schreit & ich versuche mich zu beeilen. Besonders unter der Woche, wenn ich Franz pünktlich in die Kita bringen muss & selbst danach arbeiten muss, ist das eine Herausforderung alles zu schaffen. Mittlerweile erledige ich alles in 15 Minuten (duschen, Haare waschen, Zähne putzen, schminken, Haare kurz anföhnen, schnelle Manicure, anziehen, Tasche packen, etc.) …früher habe ich dafür mindestens 30 Minuten täglich gebraucht, was auch nicht besonder viel war.

Zu dem Zeitpunkt, als ich angezogen war, hatte Franz schon langsam wieder Hunger und das ganze Spiel ging von vorne los…Essen machen, Kind versorgen, aufräumen, putzen…

Juhu…endlich Mittagsschlaf für Franz. In dieser Zeit muss ich für gewöhnlich meine Büroarbeit erledigen, gestern habe ich mir dann ein paar Telefonate mit Freunden gegönnt.

Kurz um, wir waren dann am Nachmittag noch auf dem Spielplatz. Eine Bekannte (Natascha), die ich gerade erst kennen gelernt habe, die im selben Haus wohnt, hat mir einen Kaffee gebracht und dann mit Franz gespielt. Ich saß auf der Bank, in der Sonne und habe mir gedacht: „Das ist also mein Muttertag.“

Heute morgen habe ich wie gewöhnlich Franz wieder in die Kita gebracht und danach gearbeitet. Dann gerade vor 30 Minuten erhalte ich eine sms von Natascha : „ Schau mal vor Deine Tür“.

Da lag eine Blume, schön verpackt (siehe Foto).

Mir sind die Tränen gekommen.

Danke.

 

 

 

 

 

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