08.12.2014 Vorweihnachtliches

Winter-Tollwood

Mit Baby auf den Weihnachtsmarkt? Keine gute Idee.

Mit Kinderwagen auf den Weihnachtsmarkt? Eine noch viel schlechtere.

Man steht einfach nur da, weil man nicht vom Fleck kommt.

 

Bekanntlichermaßen finden es Babies besser, wenn sie in Bewegung sind.

Also fängt das Baby, in diesem Fall Leila, irgendwann an zu schreien und dann schwappt irgendwann die Frustration auf die Mutter über, in diesem Fall moi. Und man will am liebsten mit dem Kinderwagen alle Leute umfahren, sodass deren Waffeln und Glühwein und Pommes wild durch die Luft wirbeln und dann logischerweise irgendwann auf dem Boden platschen und alle Leute darauf aufrutschen. Merry Christmas.

Stattdessen lasse ich mir von einer Freundin einen warmen Tee (natürlich ohne Alkoholzusatz) bringen und lächele mit roten Wangen wie Mutter Maria die freundlichen Passanten an. Nerv auf die Mutti hat keiner, alle schubsen mich an und fragen, wie in Deutschland leider üblich, noch nicht einmal „Entschuldigung, könnte ich vielleicht….“, sondern murmeln aggressiv irgendwas vor sich her. Ich habe mich dann nach dem heißen Tee von meiner Freundin verabschiedet und bin schnellstens nach Hause geeilt.

Ich freue mich aber schon sehr auf dieses Weihnachten. Wir fliegen nach Italien zur Familie meines Freunds. Erste Reise für uns drei. Und dann andauernd bekocht werden! Ein Traum. Das Leben mit Kind ist so viel einfacher, wenn man sich nicht um den Haushalt kümmern muss, finde ich. Reich sein müsste man, und eine Haushälterin haben. Ein guter Freund war vor paar Tagen zu Besuch und hat uns total verwöhnt und das hat so gut getan. Wenn wir solche Streicheleinheiten dann ganze zwei Wochen bekommen, ist das eine richtige Erholungskur. Und vor allem kann man Leila dann mal schön in den Arm ihrer Großmutter oder ihres Großvaters, ihres Cousins, ihrer Cousine usw. legen. Natürlich fehlt die Zweisamkeit. Man wird so belagert von diesem neuen, kleinen, nähebedürftigen Wesen, dass man die Zeit, in der sie schläft, am liebsten alleine verbringt, zumindest körperlich allein. So gehts mir jedenfalls momentan. Man gibt so viel Liebe und Kraft, dass man kaum noch was übrig für was oder wen anders hat. Ich hoffe, das pendelt sich bald wieder ein und ist nicht ganz alleine auf Leila gerichtet.

Lange alleine auf dem Boden lassen kann man sie noch nicht richtig. Sie spielt ein wenig mit ihren Händen und Füßen und beobachtet, aber nach einer viertel Stunde maximal reicht es ihr dann. Und so was wie ein Rhythmus ist auch noch gar nicht zu erkennen. Also tagsüber ist sie ungefähr nach einer Stunde oder anderthalb wieder müde und dann muss man zusehen, dass sie schnell einschläft, weil sie sonst ungemütlich wird. Meistens geschieht das an der Brust oder im Tragetuch oder im Kinderwagen. Kinderwagen-Fan ist sie nicht wirklich. Aber ich denke, sie muss sich einfach mehr daran gewöhnen. Wie an alles.

 

Foto CC BY 2.0 von FHgitarre

3 Gedanken zu “08.12.2014 Vorweihnachtliches

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