24.11.2014 Von Augenringen und anderen Müttern

Heieiei. Ich fühle mich langsam ein wenig minderbelichtet. Ich vergesse gekaufte Lebensmittel bei der Kasse, komme mit dem falschen Zutaten für unser Essen wieder, statt Cayenne-Pfeffer hole ich Zimt, hat ja ne ähnliche Farbe, ich nehme die falsche Bahn, ich komme immer zu spät (nicht, dass ich so viele Termine habe, umso schlimmer, dass ich die paar nicht auf die Reihe kriege), ich kann mir überhaupt gar nichts mehr merken! Und wieder einmal hat das junge Mütterlein eine Ausrede: Es ist das Stillen, vielmehr die Stilldemenz. Natürlich. Auch schon mehrfach gegoogelt. Oder auch der Schlafmangel. Oder beides. Ich glaube, ich hatte noch nie in meinem Leben solche Augenringe.

Mache ich allen jungen Frauen da draußen, die noch Kinder wollen, ordentlich Mut? Nein, nein, nein. So schlimm ist es natürlich nicht. Ein wenig lustig ist es ja auch. Mein Freund findet das zumindest.

Wenn ich mit Leila so durch die Straßen Kölns schlurfe und dabei ständig, aber immer nur fast andere Kinderwägen oder Passanten oder parkende Autos ramme, gucke ich immer, ob die anderen Mütter da draußen auch so müde aussehen oder ob sie es nur überschminken. Und wenn sie mich angucken, dann bilde ich mir immer ein, sie würden sich genau die gleiche Frage stellen, und schon komm ich mir vor wie auf nem Laufsteg und gehe direkt ne Nummer gerader und flotter.  Manchmal lächelt man sich aus Solidarität zu, wie unter Joggern. Natürlich wird nebenher nicht nur die Mutter ins Visier genommen, sondern auch das Baby. Aha. Und weiter schlurft man.

Ich habe nun öfter auch abgepumpt, um auch mal mehr als zwei Stunden weg sein zu dürfen. Ich war auf einem Geburtstag von einer Freundin. Einladung war ab 7.30, ich war bereits um 7 da und fiel um 10 totmüde in mein Bett. Ein kleines alkoholisches Getränk hätte ich mir schon gönnen können, so eine erfahrenere Mutter. Aber ich blieb beim Malzbier, das hatte meine Freundin extra für mich gekauft.

Wenn man in so einer ganz anderen Umgebung ist, wie die einer Party, dann vergisst man schon fast, dass man Mutter ist. Das ist dann auf einmal so fern, gerade weil es lauter Leute waren, die ich noch von früher kannte. Ich erzählte von Leila, das ja, aber es wirkte wie so ne Geschichte. Merkwürdig. Man ist halt immer noch der selber Mensch von damals, nur das Leben hat sich so plötzlich so drastisch geändert.

Als ich nach Hause kam, war ich total glücklich, mich neben mein süßes Baby und meinen süßen Mann zu legen. Nä, wat schön, meine Familie!

3 Gedanken zu “24.11.2014 Von Augenringen und anderen Müttern

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