28.09.2014 Mutterichbin

Luftballons

Seit nun acht Tagen bin ich Mutter. Wobei ich nach dieser Schwangerschaft so Neugeborene ganz anders wahrnehme, da sie ja nicht auf einmal da sind, sondern schon neun bzw zehn Monate. Ja, wo soll ich anfangen? Es ist völlig…. unbeschreiblich.

Sie kam fünf Tage, nachdem sich dieser Schleimpfopf gelöst hat. Wenn man da das Netz durchforstet, ist man genauso schlau wie vorher. Es kann alles, aber auch gar nichts heißen. Die Hebamme hat nachgeschaut und meinte, man würde noch nichts sehen. Ich hatte mich also wieder aufs Warten eingestellt, aber ein Tag später dann ging es los mit den Wehen. Die hab ich dann noch gar nicht richtig ernst genommen, weil Vorwehen gab es reichlich immer mal wieder. Aber diese blieben. Ich habe es geschafft, drei Stunden zu schlafen, und ab drei Uhr nachts dann nicht mehr. Die Wehen haben 20 Stunden oder so gedauert, da war ich so müde, dass ich in den Pausen immer mal wieder eingenickt bin. Ich wollte nur noch schlafen. Die richtig furchtbaren Wehen acht Stunden. Jetzt weiß ich auch, warum man sich nicht an diese Schmerzen erinnern kann. Weil sie unbeschreiblich stark sind. Ich habe sie nicht vergessen. Ich kann nur dafür keine Worte finden, und das macht es schwierig für das Gedächtnis.

Kurz vor Mitternacht kam sie dann auf die Welt. Zuhause. Auf dem Bett, auf dem sie auch gezeugt wurde. Leila. So tauften wir sie vier Tage später. Leila hat gut mitgemacht. Sie wollte unbedingt raus, meinte die Hebamme. Leila ist unglaublich süß. Natürlich. Sie hat gar kein verschrumpeltes Gesicht gehabt, nichts Alienmäßiges, was viele Neugeborenen haben. Sie hat feine Gesichtszüge, große Augen, mit denen sie einen schon sehr genau anguckt. Sie ist aufmerksam und energisch zugleich. So viel kann man bis jetzt schon sagen. Ich klinge jetzt schon wie die stolze Mutter, die nur noch von dem Wunderkind spricht. Ohoh.

Die ersten Tage war ich total drüber, das Nicht-Schlafen hat mir nichts ausgemacht. Auf die Geburt mit einem Glas Sekt anstoßen? Nicht nötig, ich bin schon high genug. Wobei so langsam die Erschöpfung sich breit macht. Es ist alles noch so neu, so furchtbar aufregend ermüdend wahnsinnig fantastisch neu.

Foto CC BY 2.0 von Matthew Faltz

2 Gedanken zu “28.09.2014 Mutterichbin

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