Ein Haufen an Regeln

Je länger Wilma bei uns ist, desto mehr kommt sie an, das ist natürlich richtig und wichtig. Je mehr sie bei uns ankommt, desto häufiger fällt uns auf, auf wie vielen Gebieten Wilma Defizite hat. Aus diesem Grund unterstützen wir Wilma mit sehr vielen Geboten und Regeln.

Wilma kann sich viele, für ihr Alter zu viele, Dinge erinnern, die schon länger her sind. Zum Beispiel: Den Weg den wir vor einem halben Jahr zum Schwimmbad gefahren sind. Sie kann sich aber nicht merken, dass das Bonbon-Papier in den hintern Mülleimer kommt und wenn sie vor dem Mülleimer steht fragt sie nochmal nach, welches der hinter Mülleimer sei. Sie kann sich schlecht konzentrieren, ist schnell abgelenkt und folgt Erklärungen meist nur kurzzeitig. Wenn Wilma sich anziehen soll, dann passiert es häufig, dass sie noch kurz was erklären möchte und darüber ganz vergisst, was sie eigentlich wollte. Also gibt es sehr klare Ansagen. Manchmal wirkt dies für Außenstehende, als würden wir Wilma nicht lieben oder seien mit ihr besonders Streng… Doch ihr helfen Regeln und Gebote, sich immer wieder auf sich und ihre Aufgabe zu konzentrieren, auch wenn das für viele nicht sichtbar ist. Wenn wir gemeinschaftlich spielen, dann muss im Voraus festgelegt sein, wie lange gespielt wird und auch was danach gemacht wird.

Dies können nicht nur Symptome ihrer Vernachlässigung sein, sonder auch eines FASD sein und wir sind sehr froh, wenn wir Ende nächsten Monats hoffentlich Klarheit haben. Es wird sich natürlich mit einer Diagnose nicht viel ändern, aber wir haben dann Gewissheit und können Therapien besser einbinden.

Liebe Grüße

Anette

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