Großvater-Alarm

Wir haben uns gegen Paris entschieden. Zwar fanden wir die Idee unglaublich aufregend und anziehend, aber dann ist was anderes, auch aufregendes passiert. Mein Schwiegervater kam ins Krankenhaus. Leukämie. Wir sind direkt hingefahren. Er hat sich schon länger schlapp gefühlt, hatte auch öfter „Grippe“. Aber er ist nicht leicht zum Arzt zu bringen. Dann irgendwann hat er es eingesehen und wurde direkt ins Krankenhaus gebracht. Mein Mann war so eingespannt, dass ihm jegliche Lust auf Abenteuer Paris vergangen ist. Verständlicherweise. Hinzu kommt, dass ich auch nicht mehr die Fitteste bin, also das Ganze nicht hätte alleine stemmen können. Wir haben einfach abgesagt und nicht weiter drüber nachgedacht. Jetzt muss der Schwiegervater erstmal eine Chemotherapie bekommen und dann hoffen wir natürlich, dass sie anschlägt. Leider ist er nicht früher zum Arzt gegangen.

Wir haben uns dann für eine Woche im Elternhaus meines Mannes breit gemacht. Die Mutter war völlig fertig. Erich wollte endlich sein Rentnerdasein in vollen Zügen genießen und hatte sich auch so auf seinen Enkel gefreut. Aber abwarten. Vielleicht schafft es er schnell und gut.

Mir und meinem Bauch geht es abgesehen von dieser familieninternen Tragödie gut. Er ist sehr aktiv und hält mich manchmal nachts schon wach. Ich darf nur auf der linken Seite liegen. Und ich schlafe halt am liebsten auf dem Rücken. Aber was man nicht alles tut für den lieben Kleinen. Und was man nicht noch alles tun wird für ihn. Da ist der Alkoholverzicht ja gar nichts im Vergleich.

Quelle: Foto von Maik Meid CC BY 2.0

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