Introduction

Ändert sich mit Baby wirklich alles?

Ändert sich mit Baby wirklich alles?

Ändert sich mit Baby wirklich alles?

Es gibt sie, diese Menschen. Sobald sie eine Schwangere sehen, die etwas nur ansatzweise Schönes oder Entspannendes tut, sagen sie sofort: „Genieß es noch mal! Sobald das Baby da ist wird alles anders!“ Eine Schwangere trinkt in Ruhe ihren Morgenkaffee? „Genieße den Kaffee, sobald du ein Baby hast, wirst du nur noch kalten Kaffee trinken!“ Ein Schwangere sitzt im Restaurant? „Genieß es, bald wirst du nicht mehr entspannt essen gehen können!“ Eine Schwangere geht zum Friseur? „Genieß es! Sobald du ein Baby hast, wirst du keine Zeit mehr haben. Da bist du froh, wenn du mal duschen gehen kannst!“.  Das alles natürlich immer mit unheilvoller Stimme und aufgesetzter Besserwisserhaftigkeit. Also liebe Schwangere und werdende Papas. Manchmal fragt ihr euch sicher: “Ändert sich mit Baby wirklich alles?” 

Warum so viel Negativität?

Ich frage mich bei diesen Kommentaren ja immer, was das eigentlich soll. Denn sie helfen ja wirklich niemanden. Alles was sie tun ist schlechte Stimmung zu verbreiten, Ängste der werdenden Eltern zu schüren und bestenfalls deren Vorfreude auf das Wunder in Mamas Bauch zu dämpfen. Also liebe „Genieß-Es-Sager“ – eure „hilfreichen Tipps“ braucht niemand! Verkneift euch doch bitte einfach diese Kommentare. Danke!

Ändert sich mit Baby wirklich alles? Nein, die größte Veränderung liegt schon hinter euch!

Und liebe werdende Mamas und Papas: die größte Veränderung habt ihr bereits erlebt! Denn Elternsein beginnt nicht mit der Geburt. Elternsein und die Verantwortung beginnt mit dem positiven Schwangerschaftstest, bei geplanten Schwangerschaften sogar schon davor. Da beginnt sie eigentlich schon mit dem Ende der Nutzung von Verhütung. Denn ab diesem Moment tragt ihr die Verantwortung für das Wohlergehen und die Gesundheit eines kleinen, heranwachsenden Menschen. Und ich kann so viel verraten: ab dem Augenblick, in dem ihr einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen haltet, werdet ihr euch immer Gedanken um diesen kleinen Menschen machen. Ihr werdet euch Sorgen machen, fragen, ob ihr alles Richtig macht, unfassbar wichtige Entscheidungen treffen und, egal was sonst gerade los ist, in Gedanken auch immer ein bisschen bei eurem Kind sein.

Für mich ist das definitiv eine größere Veränderung als die Tatsache, ob ich meinen Tee nun kalt oder warm trinke.

Alles eine Frage der Organisation

Als inzwischen zweifache Mutter kann ich bestätigen: Natürlich wird mit Baby vieles anders. Der Alltag sieht anders aus. Ich gehe aktuell nicht erwerbsarbeiten, sondern kümmere mich in dieser Zeit und an den 16 anderen Stunden des Tages um einen kleinen Menschen, am Wochenende und nach der Kita um zwei. Natürlich strukturiere ich meinen Tag dementsprechend. Natürlich ist das manchmal stressig. Hier kommt aber das große ABER: es ist auch wunderschön und manchmal alles andere als stressig! Ich habe nun die Freiheit, mit meinem Baby wochentags an den See zu fahren, wenn mir danach ist. Ich habe die Zeit, mich mit meinem Baby auf den Weg zum Einkaufen in mein Lieblingscafé zu setzen und eine Streuselschnecke zu essen. Welche kinderlose Person in einem 9-5-Job kann das schon von sich behaupten?

Zudem kann ich so viel verraten: In den 3,5 Jahren, die ich inzwischen Mutter bin, kann ich die Tage, an denen ich ungeduscht das Haus verlassen habe, an einer Hand abzählen. Zudem war ich inklusive Baby auch schon beim Friseur, wandern, Klamotten shoppen, beim Zahnarzt, beim Gynäkologen und bei der Pediküre, in meinem Lieblingsrestaurant, joggen, beim Jungesellinnenabschied meiner besten Freundin und, und, und…

Die meisten Kinder werden in feste Partnerschaften mit ZWEI Elternteilen hineingeboren und die wenigsten Kinder sind Schreikinder, und selbst diesen kann häufig doch irgendwie geholfen werden.

Ändert sich mit Baby wirklich alles?

Photo by Picsea on Unsplash

Oben habe ich bereits geschrieben, dass man, egal was man tut, in Gedanken immer ein bisschen beim Kind ist. Das heißt aber nicht, dass ein Baby 24/7 die 100%-ige Aufmerksamkeit beider Eltern benötigt. Mama kann sehr wohl in Ruhe duschen gehen, wenn Papa oder die Partnerin das Baby bespaßt. Und falls es kein anderes Elternteil da ist, kann Mama sehr wohl mit Babyphone duschen, wenn das Kind schläft oder es einfach in einer Babywippe ins Badezimmer stellen. Gleiches gilt natürlich für den Kaffee oder Tee, den man gern warm trinken möchte und all die anderen Dinge, die einem gut tun oder wichtig sind. Eine gute Freundin von mir, die nicht stillt, war trotz wenige Wochen altem Baby abends mit ihren Freundinnen essen. Warum auch nicht? Papa war mit der gemeinsamen Tochter daheim.

Auch mit Baby ist vieles möglich. Man muss sich natürlich gut organisieren und gegebenenfalls etwas dem Rhythmus des Kindes anpassen.

Alles nur eine Phase

Und selbst wenn du die Babyzeit als unheimlich stressig empfindest. Selbst wenn dein Kind sehr viel Aufmerksamkeit einfordert und es dir schwer fällt, deinen Alltag zu strukturieren, Routinen beizubehalten und auch deinen Bedürfnissen gerecht zu werden. Dein Baby wird jeden Tag einen Tag älter. Die Babyzeit dauert nur eine gewisse Zeit. Die Stillzeit und damit die Abhängigkeit von Mama dauert nur eine gewisse Zeit. Und ehe man sich versieht, gehen die Kleinen tagsüber in die Kita und bald in die Schule. Und so kommt man auch Tag für Tag der Unabhängigkeit vom Kind wieder ein Stück näher. Das Leben endet doch nicht mit einem Baby. Es beginnt einfach ein neuer Abschnitt. Und dieser Abschnitt bedeutet natürlich temporär etwas weniger Freiheit und viel mehr Verantwortung. Aber dieser Abschnitt bedeutet auch umso mehr Freude, Liebe, Verbundenheit und Glück.

Und irgendwann sitzt du ganz in Ruhe bei einer heißen Tasse Kaffee, siehst dir Fotos von deinem Baby an und fragst dich, wo die Zeit geblieben ist…

Ändert sich mit Baby wirklich alles?

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