Introduction

Lockdown mit Kleinkind

Lockdown mit Kleinkind

Es war zu erwarten und hier ist er: der harte Lockdown zu Weihnachten. Uns Eltern stellt er natürlich vor ganz besondere Herausforderungen: Kitas und Schulen sind dicht, Spielgruppen abgesagt und meine Mamafreundinnen treffe ich nun auch nicht mehr. Wie gestalten wir nun also den Lockdown mit Kleinkind? Unsere Kleine hatte sich nun nach knapp drei Monaten Krippe so richtig gut eingewöhnt und sich jeden Morgen ohne Tränchen von Papa oder mir verabschiedet. Sie hat die viele Action im Kindergarten so richtig genossen. Nun liegt es an mir (und Papa an Wochenende und nach Feierabend), sie wieder rund um die Uhr zu Hause bestmöglich zu bespaßen.

Elternzeit 2.0

Und so fühle ich mich plötzlich wieder zurück in meine Elternzeit versetzt, die ich doch eigentlich vor 2 Monaten beendet hatte. Mit allen Höhen und Tiefen. Ich genieße die viele Zeit mit unserer Tochter zu Hause, kann beobachten, wie sie jeden Tag neue Dinge lernt und sich weiterentwickelt. Stehe aber auch jeden Tag vor Herausforderungen: Was können wir trotz Lockdown mit Kleinkind ohne größere Tagesausflüge unternehmen, auch wenn das Wetter mal nicht mitspielt. Wie organisieren wir den Alltag in unserer 3-Zimmer-Wohnung mit Kochen, Putzen und Spielen, wenn gleichzeitig Papa noch aus dem Homeoffice arbeitet und Ruhe benötigt? Immerhin hatte ich glücklicherweise noch Resturlaub aus dem Mutterschutz, sodass ich immerhin nicht auch noch meinen eigentlichen Job irgendwie unterbringen muss.

Früh aufstehen im Lockdown

Es klingt so banal, ist aber für mich unheimlich wichtig: ich stehe fast jeden Morgen vor Papa und Baby auf. Diese Zeit habe ich nur für mich und kann entweder wichtige Dinge erledigen, für die ich Ruhe benötige, Papierkram abhaken, an meinem eigenen Blog arbeiten oder diesen Beitrag schreiben. Oder in der Dunkelheit eine Runde joggen gehen. Oder eben auch nur in Ruhe eine Tasse Tee trinken, bevor der Trubel des Tages losgeht. Danach kann der Tag als Familie beginnen.

Pläne machen

Mindestens genauso wichtig ist es für uns, für jeden Tag einen ungefähren Plan zu haben, auch wenn es nur ein kleiner Programmpunkt ist, der erledigt wird: ein Lebensmitteleinkauf, ein Besuch auf dem benachbarten Bauernhof, Plätzchen backen oder mit Fingermalfarbe Bilder für die Omas gestalten.

Konkrete Vorhaben bringen Struktur in unseren Tag. Wie ich schon in meinem Beitrag übers Stillen geschrieben habe, tut mir eine gewisse Planbarkeit im Alltag sehr gut. Zudem verhindern wir damit, dass sich dann doch irgendwann die Langeweile einschleicht. Und hat Papa natürlich auch immer ein bisschen mehr Ruhe zum arbeiten, wenn Baby und ich aus dem Haus sind.

Corona Lockdown mit Kleinkind: Abwechslung in den Alltag bringen

Auch wenn viele Aktivitäten mit Kindern derzeit gestrichen sind, gibt es doch immer noch Möglichkeiten, Abwechslung in den Lockdown mit Kleinkind zu bringen. So testen wir einfach alle paar Tage einen neuen Spielplatz im näheren Umfeld unserer Stadt. Meiner Tochter bereitet es immer wieder Freude, neue Spielgeräte zu erkunden und auch mir tut es gut, nicht jeden Tag das Gleiche zu sehen. Anschließend nutze ich ihren Mittagsschlaf manchmal noch für eine kleine Wanderung mit Kinderwagen. Wie gut es tut, nicht die gewohnte Spazierrunde zu drehen, sondern durch unbekannte Wohngegenden zu schlendern und neue Wege durch Felder und Wälder zu entdecken!

Lockdown mit Kleinkind

Photo by Kelly Evans on Unsplash

An schöne Zeiten zurück denken

Die späten Abendstunden habe ich nun häufig genutzt, um in alten Erinnerungen zu schwelgen und nun endlich das längst überfällige Fotobuch zu unserer Hochzeitsreise im Jahr 2017 gestaltet. An dem Roadtrip, den wir damals unternommen haben, hängen so viele tolle Erinnerungen, die ich nun endlich in Buchform gebracht habe. Das fertige Werk bekommt mein Mann zu Weihnachten und ich freue mich schon so sehr darauf, an den Feiertagen gemütlich mit ihm auf der Couch durch das Album zu blättern. Und noch mehr freue ich mich darauf, irgendwann, wenn unsere Tochter alt genug dafür und der ganze Corona-Mist vorbei ist, all die schönen Orte noch einmal zu besuchen, die uns so schön in Erinnerung geblieben sind. Und das ist doch etwas, was wir alle derzeit unbedingt brauchen: etwas, worauf wir uns freuen können.

Sprachnachrichten gegen die Einsamkeit im Lockdown

Auch wenn ich im Lockdown mit Kleinkind selten allein bin, kann die Zeit doch manchmal einsam sein. Die meisten meiner Freundinnen sind ebenfalls Mütter und/oder stehen im Berufsleben. Und so schafft man es doch viel zu selten, mal zu telefonieren, da eben jeder seinen eigenen Tagesrhythmus hat. Daher schicken wir derzeit unheimliche viele Sprachnachrichten. So können wir trotzdem die Stimme der anderen Person hören und die eigenen Gedanken und Gefühle frei von der Leber weg erzählen. Das macht es etwas einfach, den Kontakt zu lieben Menschen in dieser komplizierten Zeit zu halten.

Wahrscheinlich werden wir auch über die Feiertage daheim bleiben und nicht wie ursprünglich geplant Großeltern und Urgroßeltern besuchen. So wird es sicher eine ganz besonders stille Nacht. (Darüber hat auch Sandra einen schönen Beitrag geschrieben.) Und ich bin gespannt, was uns im Jahr 2021 erwartet.

Titelbild: Photo by Dan Mall on Unsplash

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