7. Schwangerschaftswoche

In der 7. Schwangerschaftswoche bekam ich endlich Lust, abends Filme zu schauen. Es war so gemütlich mit einer Tasse Tee auf der Couch zu sitzen und entspannt Filme zu schauen.

Der erste Film, den ich während meiner Schwangerschaft gesehen habe, war „Arrival“. Diesen herzzerreißenden Moment werde ich nie vergessen. Ich habe die ganze Zeit während dem Film geweint. Bestimmt waren es die Hormone, die mich dazu brachten, denn zuvor habe ich noch nie emotional auf Filme reagiert.

Ich bat meinen Freund, solche Filme, in denen etwas mit Kindern passiert, für den Zeitraum der Schwangerschaft nicht mehr abzuspielen. Offensichtlich konnte ich sie nicht verkraften.

Am nächsten Abend haben wir uns gemeinsam eine Komödie angeschaut. Das tat mir wirklich gut.

Nur mein Partner und ich kannten anfangs „unser kleines Geheimnis“. Damals hätte ich mir gewünscht, es jedem mitteilen zu können, aber es wäre zu früh gewesen. Selbstverständlich kam bei mir Angst auf, ob alles gut ausgeht. Anfangs stellt man sich gleich die schlimmsten Szenarien vor.

Die Spannungen an meiner Brust waren sehr stark und ich hatte oft Schwindelgefühle, ansonsten ging es mir jedoch gut. Ein weiteres Problem war eine ausgeprägte Geruchsempfindlichkeit. Viele Lebensmittel, die ich vor meiner Schwangerschaft gern gegessen habe, konnte ich als Schwangere überhaupt nicht verzehren. Die Geruchswahrnehmung war so intensiv, dass ich nicht mal an einem Döner Laden vorbei laufen konnte, da die dortigen Gerüche in mir ein Gefühl der Übelkeit erzeugten.

Auf Fleisch hatte ich während der Schwangerschaft überhaupt keinen Appetit, jedoch aß ich dafür Fisch, Meeresfrüchten sowie Käse sehr gerne. Regelmäßig ließ ich mich an der Käsetheke beraten, welche Käsearten aus frischer Milch waren bzw. welche nicht. Glücklicherweise gab es Ziegenkäserollen, hergestellt aus pasteurisierter Ziegenmilch. Diese Rollen habe ich fast täglich gegessen, teilweise sogar ohne Brot. Das schmeckte mir damals sehr gut.

Man musste auf so vieles achten. Während der Schwangerschaft verzichtete ich auf Salami, Rohmilchkäse und Sushi. Beim Sushi war jedoch ausdrücklich nur solches mit rohem Fisch zu meiden, andere ‚Arten waren erlaubt. In Schweden existiert diesbezüglich eine lustige und elegante Lösung. Dort gibt es spezielles Sushi für Schwangere mit der Packungsaufschrift „für Schwangere“.

Gemüse und Obst sollte man vor dem Verzehr gründlich waschen, damit der Großteil der an der Außenhaut haftenden Keime entfernt wird. Die Entwicklung meines Baby war mir das Wichtigste. Das Risiko einer Fehlgeburt ist in den ersten 12 Schwangerschaftswochen ziemlich hoch. In diesem Zeitraum wünschte und hoffte, dass diese 12 Wochen schnell vergehen.

Ab der ca. 7. Schwangerschaftswoche bilden sich die ersten Muskeln. Augen, Lippen, Zunge, Gehirn und Rückenmark entstehen ebenfalls zu diesem Zeitpunkt.

Langsam gewöhnte ich mich an den Gedanke, dass in meinem Körper ein neuer Mensch heranwächst.

Quelle: Bild © Privat

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