Introduction

Von Pinkelpausen mit Begleitung und anderen Herausforderungen

Baby wird gestillt

Von Pinkelpausen mit Begleitung und anderen Herausforderungen

Ein paar Wochen nach der Geburt meiner Tochter wurde ich von einer Freundin mal gefragt, was jetzt mit Baby tatsächlich ganz anders ist, als ich es mir vorher vorgestellt hatte. Was war schöner als gedacht, was war anstrengender/härter/unschöner?

Machen wir uns nichts vor, nicht alles wird schöner mit Baby. Wer das behauptet, lügt meiner Meinung nach sich selbst und/oder die anderen an. Oder wer hat schon immer davon geträumt Pinkelpausen mit Begleitung oder erst nach zwei Runden Spielen-Stillen-Wickeln einlegen zu können.

Prä-Baby dachte ich ja, dass der Schlafmangel mit das Härteste sein müsste, während ich mir mein Sozialleben inklusive Baby recht lässig vorstellte. Was konnte schon dabei sein, das Würmchen einzupacken und mit ins Restaurant, zu Freunden oder in den Park zu nehmen? Super easy, oder? Anziehen, in den Kinderwagen, bei Bedarf herausholen, stillen und wieder reinlegen. Babys schlafen ja ohnehin unfassbar viel. Weiß doch jeder. 

Hahaha. Ha. Haha. Pustekuchen. So einfach ist es irgendwie doch nicht, auch wenn mich das meine Kleine in den ersten Wochen noch glauben machen wollte. Es änderte sich recht fix. 

Level 1: Anziehen

Geht meistens ganz gut. An manchen Tagen scheinen Socken aber eine Höchststrafe zu sein und Mützen auf dem Kopf sind offenbar auch eine absolute Zumutung. Dumm nur, dass man Neugeborenen eigentlich IMMER beim Rausgehen ein Mützchen aufsetzen soll. Außer vielleicht an den wenigen Hochsommer Tagen. Bei Socken kann man glücklicherweise etwas entspannter sein, aber bei 12° und Regen, also dem deutschen Herbst, sind sie dann auch nicht mehr optional. Somit machbar, aber nicht immer lustig. Könner bespaßen das Baby während des Anziehvorgangs professionell und sind in der Sekunde bereit die Wohnung zu verlassen, in der die Mütze den Kopf berührt (über die Ohren zieht man im Treppenhaus). Wer dann selbst noch keine Socken anhat, geht eben ohne.

Level 2: In den Kinderwagen legen 

Äh ja. Die Vorlieben, was die präferierte Art der Fortbewegung angeht, ändern sich täglich. Ach was sag ich, eigentlich ändern sie sich innerhalb eines Spaziergangs von zehn Minuten. Was tun also? Auf das Beste hoffen (in dem Fall der Kinderwagen), aber immer auf alle Eventualitäten vorbereitet sein (das wäre dann beispielsweise als Backup eine Trage mit einzupacken). Und wenn das dann auch nicht recht ist, dann wird so ein Kind auch mal 15 Minuten auf dem Arm nach Hause getragen. Auch alles machbar, irgendwann aber minimal umständlich, wenn man ein quengelndes Kind im einen Arm und einen (leeren) Kinderwagen in der anderen Hand hat. Stehenlassen und anschließen geht ja nicht. Also weder noch. 

Level 3: Rausholen und Stillen

Puh, da wird es komplizierter. Funktioniert bei manchen sicher super entspannt. Nur nicht stressen lassen und bloß nicht auf dumme Kommentare oder Blicke achten. Ja ja, klingt doch alles ganz einfach. Allerdings will das Kind nicht immer trinken, obwohl es dem Geschrei nach zu urteilen kurz vorm Verhungern ist. Im Café ist zu viel Geklapper, auf der Terrasse des Cafés ist es zu windig, auf der Parkbank ist es zu sonnig, bei Mamas Freunden ist zu viel Geplapper… die Liste an potentiellen Ablenkungen ist so trivial, wie sie endlos ist. Kann doch nicht so schwer sein. Soll sich mal nicht so anstellen. Wenn sie wirklich hungrig ist, wird sie schon trinken. Denken dann Leute, die eben keine Kinder haben. Nicht böse gemeint, aber: Ihr habt keine Ahnung.

Von den unangenehmen Momenten, die auslaufende Brüste manchmal so mit sich bringen, hab ich noch gar nicht angefangen.

Jetzt kommt die Königsdisziplin aka der Endgegner

Nach dem Herausnehmen aus dem Kinderwagen und (vielleicht) erfolgreichen Stillen wieder reinlegen. Auf dem Rücken. In die Horizontale. In der man nichts sieht, außer die Deckenlampe (am Anfang noch nicht mal die, weil kein neugeborenes Baby so weit gucken kann). Und das wo man bis eben noch munter durch die Gegend gucken konnte. Klingt fad? Joa, hört man dann am Schreien, ob es so langweilig ist, wie es klingt. Spoiler: in neun von zehn Fällen ist es genau das.

Also alles easy, oder? 

Wem das jetzt überspitzt vorkommen mag, dem gebe ich natürlich recht. Es ist selbstverständlich nicht immer alles so dramatisch 🙂 

Und der Schlafmangel – ganz ehrlich – ist viel weniger schlimm, als ich befürchtet hatte. Es ist ja nicht zwingend weniger Schlaf, man schläft nur einfach in 2-3 Stunden Häppchen. Und auch wenn es schwer zu glauben ist, irgendwie gewöhnt man sich dran. Oder die Hormone machen einfach einen viel besseren Job, als bei anderen Gelegenheiten (hallo PMS).

Um die Frage meiner Freundin abschließend zu beantworten: schöner, als ich es mir jemals hätte vorstellen können, ist es tatsächlich, wenn mich meine Kleine anlächelt. Aber davon hab ich euch ja letztens schon berichtet.

Photo by Kelly Sikkema on Unsplash

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