Der Schlaf der Gerechten

Schlaf ist etwas großartiges und gehörte eindeutig zu meinen Hobbies vor und auch in der Schwangerschaft. Jetzt da meine süße Maus da ist, bekommt dieser Schlaf eine ganz andere Bedeutung. Es geht nicht mehr nur um den eigenen, der faktisch nicht vorhanden ist, sondern hauptsächlich um den des Babys. Wann? Wie? Wo? schläft es denn nun am besten?

Schon vor der Geburt hatte ich einen unglaublich süßen Stubenwagen für meine Süße besorgt: Gelb, super kuschlig und durch die Räder überall in der Wohnung platzierbar. Sogar neben meiner Bettseite hatte er wunderbar Platz. Ich war total stolz auf diese Errungenschaft und war mir sicher, dass meine Kleine darin den perfekten Schlummer finden würde. Das sah sie allerdings ganz anders. Wenn sie einschlief und ich sie in den Stubenwagen legte, dauerte ihr Schlaf höchstens noch 5 Minuten, bevor sie wieder lautstark nach mir verlangte. Das ging tagsüber, aber auch nachts so. Tagsüber beschloss ich ziemlich schnell ihr die Nähe zu geben, die sie scheinbar brauchte und ließ sie ihre Schläfchen auf mir machen. Schnell verstand ich ihren Rhythmus: 1 Stunde wach – 30 Minuten Nickerchen. Als mir das klar wurde, begann ich mich vollkommen auf diesen Ablauf einzurichten. Seitdem setzen wir uns, wenn es so weit ist, auf die Couch und kuscheln. Zuvor wird die Couch aber selbstverständlich präpariert und alle notwendigen Dinge in Reichweite rund um mich herum arrangiert. Etwas zu trinken, zu essen, das Handy, die Fernbedienung und alles, was mir sonst noch als nützlich erscheint. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ich bin so müde, dass ich beim Kuscheln mit einschlafe, oder ich komme in den Genuss meiner vorrausschauenden Präparation. Meistens kommt es zu Szenario 1, aber ich glaube, wenn ich einmal etwas Wichtiges vergessen würde in Reichweite zu legen, wäre ich 100%ig hellwach.

Dass ich tagsüber fast immer mit einschlafe, liegt daran, dass die kleine Prinzessin wie gesagt auch nachts nicht in ihrem Stubenwagen schlafen möchte. Und da waren wir nun: Mitten im Dilemma. Die einen rieten uns Durchhaltevermögen sie immer wieder in den Wagen zu legen und schüttelten die erhobene Faust, wenn wir etwas von Familienbett erzählten und die anderen bekamen Pippi in den Augen, wenn wir von unserem unmenschlichen und monströsen Versuch sie im Stubenwagen schlafen zu lassen erzählten. Wir grübelten ziemlich lange, ich durchsuchte Foren nach Ratschlägen, befragte befreundete Mütter und vor 4 Tagen kam endlich die ersehnte Lösung! Ein Beistellbett. Ich war ehrlich gesagt etwas skeptisch, bestellte das gute Stück dann aber dennoch und hoffte das Beste. Tom baute es auf, als er von der Arbeit kam, ich hatte tagsüber schon das Lacken und das Nestchen gewaschen und bezog das Bettchen anschließend. Als wir merkten, dass die Kleine müde wurde, ging ich mit ihr hinüber, legte sie in das Beistellbettchen und mich in meinem Bett daneben. Sie schlief an diesem Abend lange nicht ein, weswegen ich mir schon Sorgen machte, dass auch das nicht klappen würde. Aber als sie dann eingeschlafen war und ich mich leise aus dem Schlafzimmer schlich, wurden wir sehr überrascht. Denn sie schlief, sie schlief seelenruhig in ihrem Bettchen und zwar bis zur nächsten Mahlzeit.  Scheinbar ist das unsere Lösung. Und der Stubenwagen? Der geht dann wohl zu ebay 😉

Was mir aber am allermeisten an diesem Beistellbett gefällt ist morgens durch Vanessas Bewegungen wach zu werden, die Augen zu öffnen und sie gleich zu sehen. Besser kann ein Tag doch gar nicht beginnen, oder?

Foto: Creative Commons https://openclipart.org/detail/2329/moon-in-dark-night-sky-full-of-stars

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