Introduction

Meine Schwanger­schaft: Auf­regung, Ver­zicht und ganz viel Vor­freude

Hände umschließen einen Babybauch

Meine Schwanger­schaft: Auf­regung, Ver­zicht und ganz viel Vor­freude

Zu Beginn erst einmal ein „Hallo“ von mir. Mein Name ist Elena und ich freue mich sehr, euch hier auf dem Schwanger? Null Promille! Blog über meine Schwangerschaft und unseren Familienalltag berichten zu dürfen. In meinem ersten Beitrag möchte ich euch gern erzählen, wie meine Schwangerschaft verlief und mit welchen Herausforderungen ich zu kämpfen hatte.

So viel vorweg: Unsere Tochter ist ein absolutes Wunschkind. Mein Mann und ich wussten immer, dass wir einmal Eltern werden möchten und haben länger auf den richtigen Zeitpunkt gewartet. Als wir beide beruflich gut aufgestellt waren und mein Arbeitgeber meinen Arbeitsvertrag entfristet hatte, war es dann so weit. Für mich bedeutete das: keine Salami, kein Alkohol, keine Zigaretten von dem Tag an, an dem ich die Pille abgesetzt habe. Mein Mann hielt das für übertrieben und meinte, dass es gut und gerne ein halbes Jahr dauern könnte, bis wir uns über Verzicht bestimmter Dinge Sorgen müssten. Doch er wurde schon wenige Wochen später eines Besseren belehrt. Denn wir hatten das riesengroße Glück, dass schon am Ende des ersten Pillen-freien Zyklus‘ zwei deutliche blaue Streifen auf dem Schwangerschaftstest erschienen.

Nur ein Schluck Radler..?

Es folgten die ersten Kontrollbesuche bei meiner Frauenärztin, bei der wir voller Freude das kleine Herzerl schlagen sehen konnte. Und leider folgte auch die erste Irritation. Als jemand, der sein Leben lang schon sehr aktiv Sport getrieben hat und viel in die Berge geht, wollte ich wissen, worauf ich dabei in der Schwangerschaft achten sollte. Ihre Antwort darauf war wenig hilfreich: „Einfach nicht übertreiben und auf der Alm gern auch mal vom Radler des Mannes kosten.“ Wie bitte?! Eine Frauenärztin, die Alkohol in der Schwangerschaft billigt?

Verwundert verließen wir die Praxis, doch ich hielt an meiner Vorgabe fest: Schwanger gibt es für mich keinen Alkohol, auch keinen Schluck Radler auf der Alm! Und es sollte ohnehin noch einige Monate dauern, bis ich wieder eine Alm zu Fuß erreichte, denn die ersten drei Monate bedeuteten für mich unfassbare Müdigkeit und Trägheit. (Aber immerhin wurde ich von Schwangerschaftsübelkeit verschont, weshalb ich die Müdigkeit sogar erleichtert in Kauf nahm.)

Schwanger im Büro

Schwierigkeiten bereitete besagte Trägheit mir leider vor allem auf Arbeit. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass jemand nicht die allerbeste Leistung erbringt, wenn er den halben Tag einfach nur damit zu kämpfen hat, am PC die Augen offen zu halten. Glücklicherweise unterstützte mich zu dieser Zeit eine äußerst kluge, engagierte und ambitionierte Praktikantin, die mir viele liegengebliebene Aufgaben ganz selbstverständlich abnahm. So kam ich die ersten drei Monate, in denen ich die Schwangerschaft geheim hielt, irgendwie über die Runden.

Für hochgezogene Augenbrauen sorgte damals eher meine Angewohnheit, jedes mal mit kaum verborgenem Ekel im Gesicht das Fenster zu öffnen, sobald sich jemand im Großraumbüro einen Kaffee holte. Schon unter normalen Umständen empfinde ich den Geruch von Kaffee als eher unangenehm. Durch die Schwangerschaft wurde mein Geruchssinn so dermaßen sensibel, dass ich mich ohne Frischluftzufuhr wahrscheinlich auf meine Tastatur übergeben hätte.

Müdigkeit, Geruchssensibilität… Grund genug für Arbeitgeber, hellhörig zu werden. Und in viele jungen, hippen Unternehmen kommt noch ein schwerwiegender Faktor für Schwangere hinzu: das obligatorische Bergfest- oder Freitagnachmittag-Bier. Was also tun, wenn einem ganz selbstverständlich ein Bier angeboten wird? Der einzige sinnvolle Rat, den ich dazu geben kann ist folgender: Nimm das Auto! „Ich muss fahren“ ist leider die einzige Ausrede, die bei den meisten Personen gilt, wenn man als Frau zwischen 20 und 40 mal auf einen Drink verzichtet. Erschreckend genug, dass man andernfalls sofort gefragt wird: „Bist du etwa schwanger?!“ Ein unangenehmes Phänomen, auf das ich gern in einem anderen Beitrag noch einmal eingehen möchte.

Als Pendlerin war ich also klar im Vorteil, zu jeder Gelegenheit während der ersten 12 Wochen meiner Schwangerschaft eine Ausrede parat zu haben. Zum Firmensommerfest, bei dem natürlich auch immer viel getrunken wird, hatte ich schon eine deutlich erkennbare Kugel und zur Weihnachtsfeier war ich bereits im Mutterschutz. Wie ich ohne blöde Fragen durch das Sommerfest gekommen wäre, wenn es früher im Jahr stattgefunden hätte, weiß ich nicht.

Salami, Sushi, Sekt…

Ehrlich gesagt fiel es mir mal schwerer, mal leichter auf die vielen, vielen Dinge köstlichen Dinge während der Schwangerschaft zu verzichten. Denn es ist ja nicht nur der Sekt zur Familienfeier oder das Glas Wein am Abend auf der Couch. Es ist auch das weich gekochte Ei zum Frühstück, das Sushi vom Lieferdienst zur Mittagszeit und der feine spanische Schinken oder der Camembert aus Rohmilch zur Brotzeit. Wenn sich dann der Ehemann zum Feierabend eine gute Flasche Wein öffnet und man aufgrund der besagten Geruchssensibilität jede feine Nuance riechen kann, die man zuvor nie bemerkt hätte, ist das manchmal schon hart. In solchen Situationen half es mir dann immer, mir selbst etwas Gutes zu tun, was eben erlaubt war: meine Lieblingslimo, eine Holunderschorle mit frischer Minze, eine Tafel Schokolade oder eben ein alkoholfreier Cocktail an der Hotelbar während unseres Baby-Moons.

Und wenn unser Baby dann in meinem Bauch die Beinchen oder Ärmchen ausstreckte, war es dann auch plötzlich wieder ganz leicht. Denn ja, eine Schwangerschaft bedeutet viel Verzicht. Aber dabei gewinnt man auch so viel. Das Glück, die Vorfreude, das Gefühl der ersten Tritte im Bauch, jeder von ihnen ein kleines „Hallo Mama! Hier bin ich.“ Mama wird man nicht, wenn man das Baby zum ersten Mal im Arm hält. Mama ist man ab dem Moment, ab dem man den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hält und sich entscheidet, Mama von diesem Kind sein zu wollen. Und jeder absolut notwendige Verzicht, der damit einhergeht, ist es absolut wert und ja auch nur zeitlich begrenzt.

Dazu nur noch zwei Gedanken: Am Tag nach der Entbindung unserer Tochter gab es im Krankenhaus einen Salamiteller zum Abendbrot. Jackpot! Da habe ich direkt zugeschlagen. Auf mein erstes Bier musste ich tatsächlich noch etwas länger warten, da ich über ein halbes Jahr lang voll gestillt habe. Dazu aber in einem anderen Beitrag mehr.

 

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