25.07.2013 – Die Geburt und die ersten 10 Tage

Klein-Karla

Karla schläft – mal schauen, wie lange – ich werde auf jeden Fall kurz versuchen, den Gefühlssturm, dem ich die letzten 12 Tage ausgesetzt war, zu beschreiben.

Allem voran: Die Geburt war das Krasseste, das ich je erlebt habe. Eine wahre Naturgewalt, auf die kein Geburtsvorbereitungskurs wirklich vorbereiten kann. Ich hatte noch nie solche Schmerzen.

Rückblickend bin ich fast ein bisschen enttäuscht, dass ich mir doch eine PDA legen ließ, aber Karla wollte zuerst als Sternengucker zur Welt kommen, so dass ich sehr früh einen sehr starken Pressdrang spürte und ich habe es nicht geschafft, das wegzuatmen. Ich war auch ganz schön kaputt, schließlich hatte ich zwei Nächte nicht geschlafen.

Durch die PDA konnte ich mich dann aber soweit entspannen, dass sie sich in meinem Becken noch gedreht hat und dann doch mit dem Gesicht nach unten heraus kam. Deshalb ist ihr Gesichtchen ziemlich schief, wie ein Preisboxer sieht mein kleines Mädchen aus.

Tatsache ist aber, dass die Schmerzen sofort in Vergessenheit geraten, wenn man es geschafft hat und das Bündel auf den Bauch gelegt bekommt (sie hat mir erst mal auf’s Hemd geschissen, hehe). Es ist der absolute Hammer!

Es war ja eine ambulante Geburt, so dass wir recht schnell nach Hause gefahren sind (Karla kam um 23.11 Uhr und wir waren etwa um halb 2 daheim). Wir waren so kaputt, dass wir alle drei in einen komaähnlichen Schlaf gefallen sind – meine Hebamme kam am nächsten morgen um 9.15 Uhr und wir sind erst kurz vorher aufgewacht.

Sie hat mir dann einige Tipps zum Stillen gegeben, Karla wurde gewogen und gewaschen und bei mir wurde der Gebärmutterstand getastet; außerdem hat sie mir ein Paracetamolzäpfchen gegeben – falls die Nachwehen zu heftig werden. Das ist eh fies: Meine Brustwarzen tun beim Stillen heftig weh und dann löst das beim Stillen ausgeschüttete Hormon Oxytocin auch noch Nachwehen aus, die durchaus unangenehm sind. Bis jetzt habe ich es aber noch nicht gebraucht.

Das mit den schmerzenden Nippeln wird jetzt aber besser – die Hebamme meinte auch, es dauert etwa 10 Tage, bis man sich daran gewöhnt hat. Und siehe da: Es stimmt. Man muss es einfach lernen – das Baby hat es schließlich auch noch nie gemacht.

Chris kümmert sich auf jeden Fall rührend um uns: Er arbeitet von zu Hause aus und hat sein Büro bei uns im Schlafzimmer aufgeschlagen, kocht mir Tee und leckeres Essen. Wir sind eine richtige kleine Familie.

Ach ja, an Alkohol denke ich zur Zeit natürlich überhaupt nicht. Auch der für’s Anstossen kaltgestellte Schampus steht immer noch unangetastet im Kühlschrank. Schließlich will ich, dass meine Muttermilch möglichst frei bleibt von für’s Kind schädlichen Substanzen. Das heißt: Weiterhin keine Zigaretten, kein Alkohol und (wenn möglich) keine Medikamente!!

 

 

 

14.07.2013 – Die Wehen

Langsam geht es los… ich hatte gestern schon recht regelmäßige Kontraktionen, die nachts so stark wurden, dass ich heute morgen ins Geburtshaus gefahren bin. Allerdings wurde ich auch gleich wieder nach Hause geschickt, mit zwei pflanzlichen Beruhigungstabletten und einem Buscopan-Zäpfchen; damit ich entspannen kann – ich hatte ja kaum geschlafen.

Mittlerweile kommen die Wehen etwa alle 12 Minuten und der Schmerz ist noch ganz gut ertragbar – wiederkommen soll ich bei einem Abstand von 5 Minuten. Ich bin gespannt, wie lange es noch dauert bis dahin. Morgen früh wäre ich um 9.00 Uhr sowieso wieder im Geburtshaus – zur Kontrolle der Herztöne. Mal schauen, ob ich schon früher einrücken muss! Mein Klinikkoffer und der Maxi-Cosi sind auf jeden Fall schon im Auto….

09.07.2013 – Immer noch nichts

Wann geht es endlich los? Ich bin jetzt sechs Tage über dem errechneten Termin und hab das Warten langsam dicke. Ich höre die ganze Zeit intensiv in mich herein und interpretiere jedes kleine Zwicken in Bauchnähe als Wehe. Das nervt.

Meine Hebamme war gestern bei mir und hat mir einen Wehentee gegeben: Der besteht hauptsächlich aus Eisenkraut, Zimt, Ingwer und Nelke, schmeckt grässlich und hat gar nichts gebracht. Ich denke, dieses Zeug kann – wenn überhaupt – schon vorhandene Kontraktionen verstärken, aber da ist bei mir Fehlanzeige. Morgen bin ich dann wieder bei den Ärzten zur Ultraschallkontrolle… mal schauen, was die sagen.

Mittlerweile denke ich ja tatsächlich darüber nach, den Wehencocktail mit Sekt auszuprobieren – ich habe von meiner Hochzeit noch eine Flasche Champagner aufgespart, die grinst mich immer so neckisch an von ihrem Platz im Regal. Aber wahrscheinlich ist das genauso wie mit dem Wehentee: Es bringt nichts. Und schadet womöglich. Also lass ich den Schampus grinsen und warte weiter.

23.06.2013 – Julia immer noch schwanger

Das Baby von meiner Freundin Julia hat sich nicht termingerecht auf den Weg gemacht – ihr kleines Mädchen wurde für Freitag erwartet. Aber man sagt ja auch, dass Mädels sich noch hübsch machen müssen und deshalb gerne etwas länger brauchen. Ich versuche jetzt auf jeden Fall (mal wieder) mich zu entspannen und die letzten „schwangeren“ Wochen (oder Tage, wer weiß das schon?) locker anzugehen.

Morgen werde ich mich noch einmal in die Bibliothek schleppen und mir einen Stapel Krimis ausleihen – leichte Lektüre, die mich ablenkt und davon abhält, ständig vor dem Rechner zu sitzen und wahlweise irgendwelchen Blödsinn zu googlen (das macht einen nämlich richtig verrückt) oder online einzukaufen (macht pleite – und meine Erstausstattung ist komplett).

Ich würde ja gerne mehr raus gehen und das schöne Wetter genießen, aber der Tag am See war mir eine Lehre… viel zu anstrengend. Meine Hebamme sagt mir zwar auch, ich soll mich mehr bewegen, aber ich habe schon im Stehen solche Ischias-Schmerzen, länger laufen geht kaum noch.

14.06.2013 – Senkwehen?

Heute hatte ich den ganzen Tag über immer wieder Kontraktionen im Unterbauch, die doch heftiger waren als das leichte Ziehen, das ich seit dem 5. Monat ab und zu gespürt habe. Das waren Übungswehen, sind das jetzt die Senkwehen? Macht mein Baby sich langsam aber sicher startklar für den großen Tag? Meine Tante (sie ist Ärztin) meinte, dass es ab den Senkwehen noch vier Wochen dauert! Wenn diese Rechnung stimmt, dann kommt meine Kleine wohl etwas später als errechnet.

Beim Recherchieren im Internet habe ich jetzt gelesen, dass manche Frauen Sekt trinken, um die Wehen in Gang zu bringen. Das kommt mir irgendwie komisch vor – Nelkenöltampons meinetwegen, Sitzbäder auf jeden Fall (ich mach das auch anstelle der Dammmassage, dazu kann ich mich nämlich nicht durchringen), Rizinusöl kann man machen – aber ALKOHL? Ich meine, wenn man so lange zum Wohl des Kindes darauf verzichtet hat, dann muss man auf den letzten Metern echt nicht damit anfangen.

06.06.2013 – Hilfe, mein Baby ist klein

Ich war heute zur Ultraschalluntersuchung in der Praxis, in der ich mein Baby zur Welt bringen werde – die möchten sich im Vorfeld eimal selbst davon überzeugen, dass es richtig liegt und auch sonst nichts gegen eine außerklinische Geburt spricht.

Leider hat mich die Ärztin ein bisschen geschockt, als sie mich fragte, ob mir im Verlauf der Schwangerschaft schon einmal jemand gesagt hätte, dass mein Baby klein wäre. Sie meinte, der Bauchumfang (Abdomen-Umfang) sei sehr zierlich… nicht ZU zierlich, aber halt am unteren Ende des Toleranzbereichs. Uff, da hat sie mir eine Packung mit nach Hause gegeben! Ich rekapituliere wieder und wieder die ersten Wochen meiner Schwangerschaft (als ich davon noch nichts wusste) und auch die kleinen Fehltritte im späteren Verlauf (das Sektchen auf meiner Hochzeit, das Ab-und-zu-mal-an-einer-Zigarette-Ziehen, als ich noch im Büro gearbeitet habe, das Nippen am Rotwein). Bin ich daran schuld? Habe ich mich verantwortungslos verhalten?

Meine Hebamme hat mich wieder einmal beruhigt – die Bestimmung dieser Messwerte via Ultraschall sei sehr ungenau und zierlich heiße außerdem nicht automatisch krank oder fehlgebildet. Ich wollte natürlich auch wissen, ob ich ernährungstechnisch etwas tun könne, um der Kleinen zu helfen, noch ein bisschen aufzubauen. Sie meinte, Buttermilch und Kefir seien sehr nahrhaft und voller B-Vitamine. Das könne helfen. Na gut, dann gibt’s jetzt jeden Tag einen schönen Kefir-Smoothie (Buttermilch mag ich nämlich nicht).

Kleiner Abdomenumfang

 

03.05.2013 – Noch 9 Wochen bis zum Termin!

Langsam wird’s ernst, mein errechneter Geburtstermin rückt immer näher. Ich habe mich ja schon vor einiger Zeit entschieden, mein Baby außerklinisch auf die Welt zu bringen (die Hebammenpraxis befindet sich allerdings auf dem Gelände eines Klinikums und arbeitet im Verbund mit einer gynäkologischen Praxis – in der Endphase der Geburt ist immer auch Weiterlesen

17.04.2013 – Meine Hochzeit!

Hochzeit mit Bauch

Seit letztem Freitag bin ich verheiratet! So richtig glauben kann ich’s noch nicht, aber die Eheurkunden liegen auf meinem Schreibtisch – Chris und ich und natürlich unser ungeborenes Kind sind jetzt auch auf dem Papier eine Familie.

Die Feier war wirklich schön – es gibt kein Foto, auf dem ich nicht breit grinse, da waren ohne Ende Glückshormone im Spiel. Und das, obwohl der Tag durchaus durchwachsen anfing (nämlich mit Regen, der verzog sich aber rechtzeitig und es wurde richtig sonnig). Dann kam auch noch Chris‘ Trauzeuge zu spät, so dass mein Bruder einspringen musste. Aber im Anschluss lief alles wie am Schnürchen, die Standesbeamtin hat eine sehr schöne Rede gehalten, die Torte war megalecker (Mohn-Sahne ist echt der Hit), Familie und Freunde haben gut miteinander funktioniert.

Trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen: Ich habe getrunken. Zuerst hielt ich mich zwar zum Anstoßen – wie geplant – an den alkoholfreien Sekt, aber je länger der Tag fortschritt, desto ausgelassener wurde die Stimmung und irgendwann hatte auch ich ein Glas richtigen Sekt in der Hand. Insgesamt waren es dann drei Gläschen Blubberbrause und ich fühl mich mies.

Heute war ich dann zum ersten Mal bei meiner Hebamme zur Vorsorgeuntersuchung. Die meinte, ich soll mich jetzt im Nachhinein nicht verrückt machen und einfach schauen, dass das nicht noch einmal passiert. Oh Mann, ich könnte mir das nie verzeihen, wenn ich meinem Würmchen damit geschadet habe.

Hoffentlich kommt später nicht immer wieder dieses Gefühl hoch, wenn ich an meine Hochzeit zurückdenke – denn eigentlich war ich an diesem Tag einfach nur unglaublich glücklich.