Infoabend im Geburtshaus

B_11Letzte Woche waren wir beim Infoabend im Geburtshaus. Eigentlich kam es mir ein bisschen früh vor… Mein Bauch fällt ja noch überhaupt nicht auf und eine Geburt scheint noch so fern. Aber nachdem meine Frauenärztin mir sagte, dass ich mich beeilen sollte, da es das einzige Geburtshaus in der Stadt ist, sind wir schnell zum nächstmöglichen Termin.

Wie immer waren wir spät dran, zuhause unserem 4-jährigen Sohn (der jetzt von Oma versorgt wurde) noch schnell gute Nacht gesagt und nix wie los! Die letzen Meter bin ich dann noch gerannt, obwohl es auch schon egal war, weil ob man nun 10 oder 10 1/2 Minuten zu spät kommt macht auch keinen Unterschied mehr. Als wir rein kamen war mir sofort klar, dass meine Frauenärztin recht hatte. Der Raum war so rappelvoll, dass wir kaum einen Platz zum Sitzen fanden. Zwei Hebammen saßen vorne und erzählten im Wechsel. Ich war noch etwas ausser Atem, fand keine bequeme Position und fühlte mich eingezwängt. Die Infos über die Geburt im Geburtshaus, die Abläufe etc. waren für uns nichts Neues, denn unser erster Sohn ist auch schon im Geburtshaus (allerdings in einer anderen Stadt) zur Welt gekommen. Daher hörte ich nicht besonders aufmerksam zu und schaute mir stattdessen die Paare und vor allem die schwangeren Frauen an: Kaum eine von ihnen, soweit ich das im Sitzen beurteilen konnte, hatte einen sichtbaren Babybauch. Oh weh, waren wir also wirklich zu spät mit der Anmeldung dran? Ich war ganz schön verunsichert. Und irgendwie kam ich mir ein bisschen vor wie in der Schule als ich wieder als Letzte von irgendeiner Schularbeit erfahren hatte und aus allen Wolken fiel. Leider hatten wir ja die ersten 10 Minuten verpasst, wo es wahrscheinlich genau darum ging, für wann man sich am besten anmeldet.

Als dann am Ende noch offene Fragen beantwortet wurden und ich mich mit meiner meldete bestätigte sich leider meine Vermutung: Kein Platz mehr für Geburten im November! Zu spät. Auf dem Heimweg schlug dann unsere Enttäuschung in Ärger um. Ist es nicht irgendwie ein bisschen absurd, sich direkt schon im ersten Trimester um einen Geburtsort zu kümmern, wenn sich die Schwangerschaft gerade mal stabilisiert hat? Jedenfalls hatte ich mir ausgerechnet, dass die Frauen, die einen Platz bekommen es wohl so gemacht haben müssen. Gleichzeitig machte ich mir Vorwürfe, dass ich noch nicht auf die Idee gekommen war, schliesslich bin ich SCHON in der 17. Woche. (Bisher dachte ich zwar immer ERST in der 17ten, aber naja…) Ich überlegte, dass der 4. Monat schon rum ist.

Das Schlimme ist, dass wir uns beide nichts anderes vorstellen können als eine Geburt im Geburtshaus. Krankenhaus ist in meinen Augen nur eine Notlösung, eben bei einem Notfall, wenn wirklich etwas nicht stimmt. Und eine Hausgeburt kommt für mich auch nicht wirklich in Frage, zu viel Alltag und zu viel Ablenkung. Ich stelle mir bei dem Gedanken vor, dass Post oder Rechnungen rumliegen und ich während der Geburt dann an so etwas erinnert werde wie “ich muss ja unbedingt noch diese Rechnung überweisen!..hoffentlich ist genug Geld auf meinem Konto”. Ich möchte mir auch keine Gedanken darüber machen müssen, was die Nachbarn wohl denken oder so. Und dann ist da ja auch noch unser Sohn, der sich zwar gewundert hat, dass das Baby nicht zu Hause zur Welt kommen soll und sehr enttäuscht war als ich ihm erklären musste, dass er nicht bei der Geburt dabei sein wird, weil ich da viel Ruhe brauchen werde. Ich habe jetzt noch seine Worte im Ohr als es dann um das Geburtshaus ging “Ich komm mit! Doch. Ich bin dabei!” Tja, das werde ich ihm wohl noch öfter erklären müssen…

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