Da ist es ja!

Seit Wochen weiß ich, dass in mir ein kleines Wunder wächst und wir bald zu dritt sein werden. Also zu viert, wenn man den Hund mitzählt. Da wir beim letzten Besuch bei meiner Gynäkologin etwas geknickt waren, dass es noch gar kein Ultraschallbild gab, fieberten Tom und ich letzte Woche dem zweiten Termin in ihrer Praxis entgegen und wurden diesmal wirklich nicht enttäuscht.

Etwas komisch war es schon, als Tom und ich nun bereits das zweite Mal im Wartezimmer meiner Frauenärztin saßen, nervös und trotzdem voller Vorfreude unsere Blicke über die vielen Babyfotos mit Danksagungen schweifen ließen und uns immer wieder grinsend ansahen. Heute sollte es also soweit sein und wir würden endlich unseren kleinen Schatz zu Gesicht bekommen. Ich war unglaublich aufgeregt und hoffte die ganze Wartezeit über, dass alles in Ordnung sein würde und das Mäuschen gesund und munter. Ich glaube, noch während wir im Wartezimmer saßen, bekam ich zwei Nachrichten von meiner Mutter, ob wir denn jetzt schon ein Bild hätten und es auch endlich weiterleiten könnten. Scheinbar waren wir Eltern nicht die einzigen die voller Aufregung auf dieses ersehnte Bild warteten. Als uns meine Ärztin aufrief, musste ich einfach nach Toms Hand greifen und mit ihm gemeinsam das Sprechzimmer betreten. Nach einem kurzem Gespräch fiel dann der heiß erhoffte Satz: ‚Dann schauen wir uns das Würmchen mal an.‘ Ich muss dazu sagen, dass meine Frauenärztin eine sehr resolute und fachliche Frau ist, die aber eine komplette Wandlung zur Mutti macht, wenn sie sich einer Schwangeren gegenüber sieht. Dann wird man nicht mehr nur mit Fakten und guter Beratung versorgt, sondern betüddelt und geneckt. Das ist aber alles andere als negativ, da man durch diese Art nur zu spüren bekommt, wie sehr sie diesen Teil ihrer Arbeit liebt und sich mit den werdenden Eltern freut.

Es ging also ab auf die Liege, den Bauch frei gemacht und wieder nach der Hand meines Mannes gegriffen. Ich konnte nicht anders als tief Luft zu holen und selbige dann anzuhalten, während das Ultraschallgerät auf meinen Bauch gesetzt wurde. Im ersten Moment sah ich nur schwarz weißes Flimmern, als meine Ärztin schon flötete: ‚ Da ist es ja!‘ . Ich brauchte noch einen Moment bis ich es auch sah und es zu gleich nicht glauben konnte. Da schwamm unser kleiner Schatz umher und wedelte fröhlich mit den Armen, als wollte er uns zuwinken. Erst nach einigen Augenblicken konnte ich Tom ansehen, dessen Blick mit einem breiten Grinsen im Gesicht auf dem Monitor klebte. Als ich seine Hand leicht drückte, sah er mich voller Stolz an und meinte leise: ‚Sieh mal, unser Baby.‘ Dieser Besuch bei der Gynäkologin war für mich ziemlich emotional und ging scheinbar auch am werdenden Vater ganz und gar nicht spurlos vorbei. Klar ist nun auch, dass es nur ein Baby in meinem Bauch gibt und das ist gesund und munter.

Natürlich gab es auch ein Bild, das sofort und noch im Wartezimmer abfotografiert und an die zukünftigen Großeltern geschickt wurde, die sich ebenso und unglaublich gefreut haben. Jetzt am Osterwochenende haben wir das Bild auch meinem Opa, also dem baldigen Uropa gezeigt. Sein Kommentar: ‚Wird das eine Ente?‘ hat mich im ersten Moment etwas geknickt, aber mittlerweile schmunzle ich darüber. Manchmal nenne ich unser kleines Wunder jetzt sogar selbst leise ‚Mein kleines Entchen.‘

Foto: Privat

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