Wie sage ichs meinem Chef?!

Hi Leute!

Also mittlerweile habe ich mich schon weitestgehend an das Nicht-Trinken gewöhnt. Das ein oder andere Glas geht mir schon noch ab, aber es hält sich in Grenzen. Vor allem bin ich so todmüde wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, dass ich gar nicht auf die Idee komme.

Ein kurzes Abendessen, und spätestens um neun schlafe ich auf der Couch ein. Ich habe meinem Mann den Auftrag erteilt, mich ins Bett zu schicken, falls ich auf dem Sofa einschlafe, weil ich sonst üble Rückenschmerzen bekomme. Unsere Couch ist nämlich nicht so der Knaller. Mit Baby unterwegs und zwei jungen Katzen im Haus brauchen wir uns allerdings auch erstmal keine neue zu kaufen. Fernseher haben wir eh keinen, also wird sowiso nicht so viel Zeit auf der Couch verbracht. Na jedenfalls bin ich immer so übellaunig, wenn er mich dazu bewegen will, von der Couch aufzustehen und ins Bett zu gehen, dass er mich mittlerweile meistens gleich ins Bett schickt.

Letzte Woche habe ich meinem Chef von der Schwangerschaft erzählt. Ich war die ganze Zeit davor schon total nervös und habe mir Strategien überlegt, wie ich ihm das beibringe. Wie schon letztes Mal gesagt, arbeite ich in einer kleinen, familiären Physio-Praxis, in der wir inklusive Chef nur zu viert sind. Wir haben niemand am Empfang, und auch sonst werden alle zusätzlich anfallenden Dinge wie z.B. Fango Aufgießen von uns Mädels nebenbei erledigt. Ich wollte ihm so früh wie möglich bescheidsagen, damit er sich drauf einstellen kann, dass ich evtl. jederzeit wegfallen und er sich rechtzeitig um einen Ersatz für mich kümmern kann. Ausserdem mag ich meinen Chef echt gerne, wir sind ein ziemlich tolles Team. Wer kann schon von sich behaupten, er gehe jeden Tag gerne in die Arbeit? Eben.

Naja, jedenfalls hat mein Chef leider mit Kindern nix am Hut. Er ist ein absoluter Lebemann mit Flugschein, BMW und Segelboot. Und zu hohem Blutdruck. Also wie sag ich’s ihm? Ich hab mir verschiedene Szenarien ausgemalt und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich eigentlich nicht vor ihm stehen will, wenn er es erfährt. Ausserdem dachte ich mir, seine (sehr nette) Frau steht ihm da bestimmt gut zur Seite. Also habe ich ihm einen Brief geschrieben. Diesen habe ich zusammen mit einem Fläschchen Rescue-Tropfen, einem Fläschchen Korodin Herz-Kreislauftropfen, einer kleinen Flasche Obstler und viel Schokolade (er ist schokoladensüchtig) in eine Papiertüte gesteckt, diese zugetackert und gesagt, er dürfe sie zu erst Hause aufmachen. An dem Tag ist er mittags schon heimgegangen, und ich hab den Rest des Tages gezittert. Nachmittags kam dann eine SMS von ihm, dass er erst den Obstler und dann die Rescue-Tropfen getrunken habe und ihm dann plötzlich nicht mehr so gut war … und ganz herzliche Glückwünsche von ihm und seiner Frau.

Am nächsten Tag bekam ich dann noch eine dicke Umarmung, und die Versicherung, dass er es sehr süß fände, wie ich ihm das beigebracht hab. Also alles dufte!

Bis bald!

 

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