Introduction

Zeilen an meinen Sohn

Zeilen an meinen Sohn

Das letzte Jahr ging schnell vorbei. In 2 Wochen wird mein Kleiner schon 1 Jahr alt. Gefühlt ist wenig passiert, aber wenn ich die Fotos auf meinem Handy durchgehe, ist es doch eine ganze Menge. Ich habe das Bedürfnis, ein wenig zu reflektieren und schreibe diese Zeilen an meinen Sohn.

Vielleicht wird es sogar ein Ritual zu jedem Geburtstag und dann hat er für sein Leben eine schöne Erinnerungs-Sammlung.

Wie schön, dass du geboren bist

Mein Schatz, jetzt bist du fast 1 Jahr auf dieser Welt. Ganz überraschend bist du in mein Leben gekommen und hast mich als deine Mama ausgesucht. Danke! Auch wenn wir zu zweit eine Mini-Mini-Familie sind, bekommen wir alles doch gut hin und haben viel Spaß miteinander, oder?

Weißt du, als du geboren bist, haben wir ein kleines Abkommen geschlossen: Jeder darf seine Bedürfnisse stillen. Du genauso wie ich. Wenn du Hunger, Durst, Nähe, Schlaf, Ruhe oder Action brauchst – dann bin ich da. Und wenn ich mal Zeit für mich oder mehr Schlaf brauche, dann spielst du einfach mit netten Menschen oder schläfst einfach mal länger am Stück. Das funktioniert gut.

Hallo Welt

Ich bin gerne draußen mit dir. Wir sind oft im Café um die Ecke. Dort kennst du alle Mitarbeiter und magst ein paar ganz besonders. Sie zeigen dir ihre Welt und manchmal bekommst du kleine Geschenke von ihnen. Ganz besonders verliebt bist du in die Ventilatoren unter der Decke. Dahin geht dein Blick immer als erstes. Manchmal werden sie sogar nur für dich angeschaltet. Im Winter braucht man sie nämlich eigentlich gar nicht. Du siehst also, du bist dort ein ganz besonderer Gast.

Mittlerweile bist du auch gerne im Kinderwagen und schläfst da auch gern. Darüber bin ich sehr froh, denn das erste halbe Jahr habe ich dich jeden Tag vor meinem Bauch getragen. Das war in dieser Zeit sehr schön, weil wir uns so nah waren und ganz viel kuscheln konnten. Dann wurdest du schwerer und schwerer und bist in den Kinderwagen gewechselt. Seitdem ich die Babyschale rausgenommen habe, bist du da wirklich gern. Dir gefällt es sehr, von dort die Menschen anzugrinsen und die Welt zu entdecken. Oder aber zu schauen, ob noch alle Schrauben da sind, wo sie hingehören.

Jetzt gehen wir also mit dem Kinderwagen auf kleine Wanderungen. Du warst schon 6x am Schliersee auf der gleichen Alm. Von dort ist der Blick wundervoll und wir sind schnell da. Seit dieser Woche haben wir eine Kraxe und ich hoffe, dir gefällt es da genauso gut. Dann können wir mal andere Routen entdecken. Ich freue mich schon sehr darauf.

Ich liebe es….

Ich liebe es, wenn du morgens noch ganz verschlafen zu mir rüber gekrabbelt kommst und mir deine kleinen Fingerchen ins Gesicht patschst. Du schläfst nämlich seit ein paar Wochen im Beistellbett und hast dein erstes eigenes Bett. Das hat dir Tante Sari geschenkt. Dann kuscheln wir erstmal zusammen und du krabbelst kreuz und quer über die Betten und schmeißt runter, was du finden kannst.

Ich liebe es, wie du dich freust, wenn du das „andere“ Baby im Spiegel entdeckst und mit deinen Armen fuchtelst und vor dich hinplapperst. Da höre und schaue ich dir so gerne zu. Seit dieser Woche hast du begonnen, in die Hände zu klatschen, wenn ich morgens Musik anmache.

Ich liebe es, wie offen du auf andere Menschen zugehst. Du verschenkst viele Lächeln an die Welt da draußen und ich liebe es, dir dabei zuzusehen. Ich wünsche dir, dass du dein offenes Herz und wachen Geist immer bewahren kannst in dieser verrückten Welt da draußen.

Ich liebe es, wie du dich freust, wenn du mich siehst. Du krabbelst mir in der Wohnung meistens hinterher, wenn ich das Zimmer wechsele. Und wenn du mich dann „gefunden“ hast, plapperst du fröhlich los und strahlst mich an. Wundervoll.

Unterwegs von Raum zu Raum schaffst du es in Windeseile, ein mittelgroßes Chaos zu veranstalten. Alles ziehst du aus den Regalen und Schränken. Letzte Woche hast du die Klarsichthüllen schön verteilt und ich bin darauf ausgerutscht und gegen den Türrahmen geknallt. Das fandest du lustig, du kleiner Rabauke.

Ich liebe es, wie du unermüdlich jeden Tag dich überall hochziehst und dich darüber freust, dass du jetzt stehen kannst. Das sind neue Perspektiven für dich. Ich glaube, dass du noch diesen Sommer laufen wirst und warte gespannt, was passieren wird.

Verzeih mir…

Verzeih mir bitte, wenn ich manchmal kraftlos, ungeduldig du müde bin. Diese Tage sind wenige, aber sie kommen vor. Ich gebe mein Bestes, für dich eine liebevoll begleitende Mama zu sein.

Ich glaube, es ist normal, dass es „bessere“ und „schlechtere“ Tage gibt.

Trotzdem habe ich manchmal ein kleines schlechtes Gewissen, wenn ich in schlafloseren Nächten die Geduld verliere, nicht mehr stillen mag oder mal nicht mit dir spielen mag und einfach nur auf dem Sofa liegen möchte. Dann brauche ich mal kurz eine Pause und da wir beide zu zweit sind, habe ich fast keine Pausen. Ich hoffe, du verstehst das.

Danke, dass du in mein Leben gekommen bist. Ich liebe dich!

1 comment on “Zeilen an meinen Sohn

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