Der Bauch wächst

Im Radio – das ich dank Arbeitsfahrten zwischen daheim, Baustelle und Büro mittlerweile recht häufig höre – hatte ich einen Bericht gehört: Laut einer Studie haben Schwangere angeblich überhaupt kein Problem damit, sich mit ihrem wachsenden Bauumfang im Raum zurecht zu finden. Intuitiv könnten sie einschätzen, durch welche Lücken sie sich noch durchzwängen können und ab wann sie den Nebenmann doch auffordern müssen, mal ein wenig zu rutschen. Ich scheine da die Ausnahme zu sein, die die Regel bestätigt. Am Anfang, als der Bauch sich sichtbar nach außen zu wölben begann, hatte ich eine heiße Zusammenkunft mit dem Bügeleisen und seither ein 10cm langes Andenken daran, dass der Bauch tatsächlich wächst und ich eben noch nicht intuitiv einschätzen kann, wo ich aufhöre und und wo die Außenwelt anfängt. seither werde ich von jeder Hebamme in unsere Betreuungsteam gefragt, woher denn die Narbe stamme, ob ich schon eine Bauch-OP hinter mir hätte.

In der Küche gehen meine Probleme mit dem Bauchumfang weiter. Meine Mutter hat die Schönwetterperiode dazu genutzt, Honig von ihren Bienenvölkern im Garten zu schleudern. So ein Ereignis lasse ich mir natürlich nur ungern entgehen und nutze meinen “frühen” Feierabend am Freitag, um ein wenig zu helfen. Die Honigräume hatten sie bereits von den Völkern draußen ins bienenfreie Haus gebracht (Wobei ich mir überlegt habe, ob so ein Bienenstich während der Schwangerschaft nicht die Wahrscheinlichkeit reduziert, dass das Kind allergisch auf Bienenstiche reagiert? Obwohl, bei Alkohol funktioniert das ja auch nicht, und im Grunde sind beides Gifte, die mehr oder weniger stark ins Blut gelangen).

In der Küche meiner Mutter, die extra ein wenig höher gesetzt ist, damit man auch als 180-Frau bequem darin arbeiten kann, habe ich mich immer gerne mit der Stirn an die Oberschränke gelehnt, um entspannt zu arbeiten. Genau das habe ich jetzt beim Honigwaben aufkratzen wieder versucht. Ohne Erfolg. Dank Bauch komme ich mit der Stirn nur noch an den Schrank, wenn ich mich weit vorlehne – dann rutschen mir aber die Füße weg. Ach, auf solche Problemen käme man als Nicht-Schwangere überhaupt nicht im Traum!
Den Honig dann frisch aus der Schleuder zu schlecken hat allerdings für all das vornüberbeugen mehr als entlohnt. Vor allem, weil ich mir dabei die Balou der Bär vorkam – „probiers mal mit Gemütlichkeit…“

Quelle: Bilder (c) Privat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.