Die „lieben“ Ratschläge

Es ist der erste Tag des Jahres 2023. Bei 17 Grad, blauem Himmel und Sonnenschein ziehe ich mit dem Kleinen bei bester Laune im Kinderwagen los. Er ist beim Fahren eingeschlafen. Dazu nutze ich gerne mal seine Einschlafplaylist. Mein Handy ist dann bei ihm im Kinderwagen zur Einschlafbegleitung. Auch an diesem besonderen Tag des Jahres bleibe ich nicht verschont und höre sie: Die „lieben“ Ratschläge.

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Jetzt mal im Ernst, warum muss ich mich eigentlich dafür rechtfertigen, dass ich am Arbeitsplatz um 10 Uhr morgens kein Rauschmittel konsumieren möchte? Egal in was für Mengen, wenn ich danach noch sieben Stunden hoch konzentriert und penibel genau mikroskopisch kleine Volumina pipettieren muss?

Mein Traum vom Trinken

Ich wünschte, ich könnte sagen, dass Alkohol in meiner Schwangerschaft keine Rolle gespielt hat. Dass ich keinen großartigen Gedanken verloren habe an Alkohol in diesen neun Monaten. Auch wenn ich nichts getrunken habe, nachdem ich einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt: Der Alkohol war immer präsent. Seine Abwesenheit war immer präsent, in Form von Alkoholalbträumen.

Ernüchternde Aussichten und Coping ohne Alkohol

„Wir haben uns gedacht, das macht jetzt wenig Sinn, deinen Vertrag zu verlängern, wir lassen ihn auslaufen. Bewirb dich einfach wieder bei uns, wenn du so weit bist! Also, wenn du dann fertig hast mit Kindern und so.“

Locker-flockig, zwischen Tür und Angel, eine Woche, ehe mein Mutterschutz beginnt, teilt mir mein Vorgesetzter mit, dass er sich mit unserer Chefin besprochen hatte. Mein Vertrag wird doch nicht verlängert, aber ich bin jederzeit wieder willkommen.