28.04.2015 Krank und schwanger in New York

Oh nein, jetzt ist es passiert. Ich bin krank geworden. Im Urlaub krank sein ist nie schön, aber wenn man dann auch noch schwanger ist, und dazu besorgt schwanger so wie ich, und weg von Zuhause und Hebamme und Frauenarzt und Mann, dann ist es besonders schwer. Ich habe wahrscheinlich eine Seitenstrangangina. Noch warte ich mit dem Antibiotikum. Wenn ich aber diese Nacht immer noch fiebere, dann werde ich es nehmen müssen, also das, welches für Schwangere erlaubt ist. Vielleicht hätte ich doch noch mehr „Nein“ sagen müssen, wenn mich Freunde gefragt haben, ob ich dort und dort hin mitkomme. Aber jetzt im Nachhinein Theorien aufstellen, warum es so ist, wie es ist, bringt keinem etwas, am allerwenigsten mir selber.

Ich seh sie halt so selten, wann überhaupt werde ich sie wiedersehen? Mit Kind nach NYC werde ich wohl erstmal nicht. Was will man hier mit einem kleinen Kind? Und die Wahrscheinlichkeit, dass die hier auch mal Kinder kriegen und die dann miteinander spielen können, halte ich für sehr gering. Entweder mein Kind wird irgendwann mal auf deren Kinder aufpassen, weil sie sich dann mit 50 ihre eingefrorene Eizelle wieder einpflanzen lassen (hat eine Bekannte tatsächlich gemacht). Oder sie werden einfach keine Kinder bekommen, weil meine Freunde hier alle Work-aholics sind und nichts mehr schätzen als ihre Arbeit und ihre Unabhängigkeit. Ganz zu schweigen von ihren Parties am Wochenende. Ich als Schwangere bin hier ein wenig eine Außerirdische, hab ich das Gefühl. Ich achte schon auf den Straßen, wann ich mal Kinderwagen oder andere Schwangere sehe. Und natürlich, es gibt sie, nur in diesen Kreisen, in denen ich mich hier bewege, bzw. bewegt habe, eben nicht. Dass Alkohol für Schwangere nichts ist, wissen sie zwar, es sind ja gebildete Menschen, aber so ganz fassen können sie es dann auch nicht. Mein einer Kumpel meinte ständig, ich müsste doch mal an seinem Cocktail probieren, wenigstens nippen. Als ich jedes Mal mit dem Kopf schüttelte, meinte er nur lachend „You think this is going to kill your baby?“. Er wusste nicht, dass ich zwei Fehlgeburten hatte. Insofern konnte ich nichts sagen. Aber auch so hat mich dieser Spruch geärgert. Aber gut, er ist nicht schwanger und hat von all dem keine Ahnung. Ja eben- gerade dann soll er die Klappe halten.

So, jetzt werde ich weiter die Augen zu machen und versuchen, zu schlafen. Denn Schlafen ist bekanntlich…

4 Gedanken zu “28.04.2015 Krank und schwanger in New York

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.