Raus aus der Arbeit!

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Hi Leute,

was für ein Schmarrn! Wenn man sich nicht um alles selbst kümmert, hat man echt verloren.

Nach meinem letzten Bericht war ich bei meiner Gyn und habe sie auf ein Beschäftigungsverbot angesprochen. Nach dem ich ihr meine Situation erklärt hatte, meinte sie nur, (ich zitiere) so ist halt das Brutgeschäft. Sinngemäß sagte sie, ich solle mich nicht so anstellen, andere haben es viel schwerer und arbeiten mehr. Sie stelle so etwas nur bei Risikoschwangerschaften aus, wie z.B. Mehrlingen oder vorangegangenen Fehlgeburten. Woher sie denn wissen soll, wie es um meine Arbeitsbedingungen bestellt ist?! Der Arbeitgeber wäre zuständig die Mutterschutzrichtlinien einzuhalten, und sei dementsprechend in der Pflicht ein Beschäftigungsverbot auszustellen, wenn er dazu nicht in der Lage ist.

Zuhause habe ich mir die Mutterschutzrichtlinien mal zu Gemüte geführt. Da steht eindeutig drin, dass man ab dem 5. Monat nicht mehr länger als 4 Stunden stehen muss, nicht regelmäßig mehr als 5 Kilo heben soll oder manchmal mehr als 10 Kilo usw.. Knapp die Hälfte der Punkte für ein individuelles Beschäftigungsverbot trifft auf mich zu, dabei würde einer reichen, um zu rechtfertigen, dass ich aufhöre zu arbeiten. Außerdem steht drin, dass es ein ärztliches Attest braucht, um zu beweisen, dass die Beschwerden von der Arbeit und nicht von der Schwangerschaft ausgelöst werden. Sonst wird man nämlich krankgeschrieben und der Arbeitgeber bekommt nicht den vollen Lohn ersetzt.

Mit diesem Wissen bin ich zu meinem Hausarzt gegangen, der weiß wo ich arbeite und dass ich nicht jemand bin, der sich vor der Arbeit drückt. Nach einem Blick auf die Richtlinien hat er mir ohne zu zögern ein Attest geschrieben. Das heißt: diese ist meine letzte Arbeitswoche. Die kommenden zwei Wochen hätte ich sowieso Urlaub gehabt, also ist der Übergang für meinen armen Chef nicht so schlimm, er muss wenigstens niemandem absagen.

Trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen. Letzte Woche hat noch meine Kollegin aufgehört. Sehr blödes Timing. Aber: ich tue das nicht für mich. Das muss ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen. Ich hoffe nur, dass die blöde Migräne jetzt auch wirklich verschwindet. Und wenigstens ist mir die Lust auf Alkohol erstmal gründlich vergangen!

Bis bald!

Bild Quelle © privat

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