Mein Schwangerschaftsouting

An einem Abend im Chaos des Kisten packens für unseren anstehenden Umzug, ließ es sich nicht mehr verheimlichen. Ich musste meinem Mann und jetzigen Ex mitteilen, dass ich schwanger bin.

Es ging um eine schwere Kiste, die ich wegen der Schwangerschaft nicht heben konnte. Was ich natürlich wusste, er aber nicht und daher meinte er, ich soll mich nicht so anstellen, schließlich wollte ich das doch alles so. Da platzte es aus mir heraus. Es war mir nicht leicht gefallen, auch wenn sich das so liest, aber es hatte sich so ergeben. Am Ende jedoch gibt es für so eine – für ihn – schlechte Nachricht, keinen richtigen oder falschen Moment. Er war natürlich entsetzt, traurig, wütend und enttäuscht. Ja, ich denke, dass trifft alles zu, was er in diesem Moment empfunden hat. Ich kann es nachvollziehen, konnte und wollte es aber auch nicht mehr ändern. So oft habe ich versucht ihm klar zu machen, dass ich nicht mehr glücklich bin. Wir haben geredet und ich dachte es kommt bei ihm an, aber das einzige was er dazu meinte war, ich bilde mir das alles nur ein und wer mir so einen Unsinn eingeredet hat. Die Ernsthaftigkeit unserer Trennung wurde ihm erst da bewusst, als ich gesagt habe, dass wir ausziehen. Auch mir ist es nicht leicht gefallen, denn ich kann schliesslich nicht nur für mich entscheiden, sondern tue dies auch für meine Zwillinge. Ich nehm ihnen den Papa, mit dem sie jeden Tag Zeit verbracht haben, der sie in gleichen Teilen erzogen hat, mit ihnen Zeit Verbacht hat, in den Momenten als ich wieder arbeiten ging. Gerne wäre ich nach diesem Gespräch mit einem Glas Wein und einer Zigarette nach draussen gegangen, was ich natürlich nicht gemacht habe. Kein Tropfen Alkohol und keine Zigaretten in der Schwangerschaft, das ist ein Versprechen was jede Mama ihrem ungeboren Kind geben MUSS.

Wie sage ich es der besten Freundin?

Meiner besten Freundin, mit der ich bereits seit fast 17 Jahren zusammen arbeite und die mich so gut kennt wie keine andere, musste ich es auch noch sagen. Mir war in diesem Moment heiß und kalt gleichzeitig, mein Herz schlug unfassbar schnell und ich war sehr aufgeregt, als ich ihr gegenüberstand. Bis zu meiner erneuten Schwangerschaft gab es bei uns immer feste Raucherpausen. Wir gingen immer 11 Uhr nach draußen, was gut war, denn ich wollte es ihr nicht im Geschäft sagen, zwischen unseren Schreibtischen, schließlich war es ja etwas sehr privates. Auch jetzt zittern mir wieder die Hände beim Schreiben, wenn ich an diesen Tag zurück denke. Ihr fragt euch vielleicht, warum das denn, wenn es doch deine beste Freundin ist, die sich mit dir freuen sollte. Aber es gibt Momente im Leben, da fällt es einem schwer sich für jemanden anderen zu freuen. Denn wenn einem selbst der größte Wunsch verwehrt bleibt – sie versucht seit langem schwanger zu werden – ist es nicht einfach das Glück zu teilen. Jede/r weiss, ab dem Augenblick, wenn der „erste Schuss“ in den fruchtbaren Tagen erfolgt, ab da macht sich jede Frau, die schwanger werden will, die Hoffnung, dass es funktioniert. Und so war es natürlich auch bei ihr. Jeden Monat aufs neue, habe ich jedesmal mit ihr gewartet, mitgefiebert und war genauso enttäuscht, wenn es wieder nicht geklappt hat. Es ist was anderes wenn man mit seiner Kollegin sehr gut und lange befreundet ist. Ich habe sie leiden sehen, jeden Tag, jeden Monat. Weil sie es sich so sehr gewünscht hat. Und dann komm ich, die bereits 2 Kinder hat und bei der es nicht geplant war, zumindest noch nicht, und nun ist die schon wieder schwanger. Aber es muss raus aus mir, es zerfrisst mich und so erfuhr sie, nachdem ich keine Zigarette nahm, dass ich wieder schwanger bin. Sie nahm mich in den Arm, aber irgendwie spürte ich, dass es ihr sehr schwer fiel. Ich fühlte, wie sie in dem Moment ihre Traurigkeit verbarg, dass es bei mir funktioniert hat und bei ihr noch nicht. Mir standen die Tränen in den Augen, obwohl ich glücklich sein sollte, war ich es in diesem Moment leider nicht. Aber manchmal passieren eben Dinge im Leben, die man nicht planen kann. Ich war frei im Kopf, frisch verliebt, glücklich wie schon lange nicht mehr und das war wohl der ausschlaggebende Punkt. Wenn man krampfhaft an etwas festhält, es unbedingt will aber es wohl eben der falsche Zeitpunkt ist, passiert es nicht. Ich wünsche es ihr so sehr, so sehr möchte ich sie glücklich sehen wenn sie ihr Baby im Arm hält. Aber jetzt muss sie leider erstmal mit meiner Nachricht zurecht kommen und ich weiss, dass die nächsten Tage, Wochen und vielleicht auch Monate nicht einfach für unsere Freundschaft werden und auch unser Arbeitsverhältnis bzw. Klima etwas unter der ungewohnten Situation leiden wird. Aber alles wird gut, positiv denken und auf den Frühling freuen. Geniesst die Sonne und viel Spass beim Eier suchen 😉

Bis bald eure Lana

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