Introduction

Heute ist Muttertag! Ist der Elterntag aber nicht viel zeitgemäßer?

Familie die Hand in Hand über eine Wiese läuft

Heute ist Muttertag! Ist der Elterntag aber nicht viel zeitgemäßer?

Heute ist Muttertag und wir wünschen allen Müttern (und natürlich allen werdenden Müttern) einen schönen Tag im Kreis von Menschen, die sie lieben und schätzen! Und dennoch gibt es immer mehr Menschen, die fordern, den Muttertag (und den oft mit viel Alkohol verbundenen Vatertag) abzuschaffen und durch einen Elterntag zu ersetzen. Wobei der Begriff Eltern natürlich alle Menschen einschließen soll, die sich um Kinder kümmern.

Der Muttertag ist sexistisch – so wie der Vatertag

Historisch ist der Muttertag aus der Frauen- und Mütterbewegung des 19. Jahrhunderts entstanden, die sich für die Menschenrechte von Frauen einsetzte und gegen Krieg und die Verelendung von Familien wandte.

Mutter hält Baby im Arm und küsst es auf die Stirn

Der Muttertag geht auf die Amerikanerin Anne Jarvis zurück, die die Bewegung zur Begründung des Muttertags anführte. 1908 wurde der erste Muttertag in den USA gefeiert, 1914 in Deutschland. Da der Tag jedoch zunehmend instrumentalisiert und kommerzialisiert wurde, bereute sie dies am Ende ihres Lebens und wollte ihn wieder abschaffen.

Heute zementieren Muttertag und Vatertag die Geschlechterrollen nur weiter: Mama bekommt Blumen oder Gebasteltes und vielleicht Frühstück von den Kindern. Papa darf mit Kumpels feiern, wobei meist reichlich Alkohol dabei ist – und keine Kinder, der Vater muss sich schließlich erholen.

Vater legt liebevoll den Arm um seinen Sohn

Wenn wir diese beiden Tage erhalten, aktualisiert sich jedes Jahr wieder ein veraltetes Frauen- und Männerbild: Das zementiert nicht nur ein längst veraltetes Rollenbild. Es diskriminiert auch alle Familienmodelle abseits der Mutter-Vater-Kind-Norm.

Am 01. Juni ist Welt-Elterntag!

Viel sinnvoller wäre daher ein Elterntag, wie ihn auch Soziologinnen fordern, an dem alle Elternteile gleichermaßen gefeiert werden. Und zwar von dem Kind und der Verwandtschaft, aber auch von Kitas, Schulen, Politik, Medien und Gesellschaft. An diesem Tag könnten wir auch alle anderen feiern, die ebenfalls dazu beitragen, dass es Familien gut geht. Oma und Opa werden auch gleich mit gefeiert.

Übrigens gibt es Elterntage bereits: In Südkorea, den USA – und auf der ganzen Welt. 2021 haben die Vereinten Nationen nämlich einen Weltelterntag bzw. Global Day of Parents ausgerufen, der jedes Jahr am 01. Juni gefeiert wird. Dabei sollen alle Eltern weltweit für ihr Engagement für ihre Kinder gewürdigt werden.

#muttertagswunsch und #vatertagswunsch: Ein politisches Signal setzen

2016 haben zwei Bloggerinnen die Aktion #muttertagswunsch und #vatertagswunsch ins Leben gerufen und 2017 noch einmal wiederholt. Ihre Forderungen lauteten: Eine gerechte Steuerklasse als Alleinerziehende, vernünftige und bezahlbare Kinderbetreuung auch für Kinder bis 14 Jahren und finanzielle und gesellschaftliche Anerkennung ihrer Erziehungsleistung.

Da die meisten Forderungen auch im Jahr 2021 noch so stehen bleiben könnten, würde ein Elterntag statt Muttertag und Vatertag auch ein politisches Signal senden: Kinder und Familie sind Sache beider Eltern. Und wem gratulieren dann die Kinder? Ganz einfach – beiden!

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