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Nachhaltigkeit im Familienalltag für Anfänger

Nachhaltigkeit im Familienalltag

Nachhaltigkeit im Familienalltag für Anfänger

Seit der Geburt unserer Kinder spielen Nachhaltigkeit und Umweltschutz eine noch deutlich größere Rolle in meinem Leben. Häufig mache ich mir Gedanken darüber, welche Auswirkungen unser Handeln von heute wohl auf die Welt von morgen haben wird. Auf dieser werden unsere Kinder schließlich noch viele Jahre länger leben als mein Mann und ich. 

Und mindestens genauso häufig treffe ich Alltagsentscheidungen, von denen ich eigentlich weiß, dass sie alles andere als zuträglich sind. Doch Nachhaltigkeit ist eben unbequem, es erfordert Verzicht und ist manchmal auch kaum möglich. Wer fährt schon gern im Winter auf glatten Straßen mit dem Fahrrad oder verzichtet auf die Tiefkühlpizza, wenn’s mal schnell gehen muss? Wer hat den Platz und die Zeit sein Obst und Gemüse selbst anzubauen? Und wie soll ich auf dem Land mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, wenn diese so schlecht getaktet sind? Zudem gibt es in unserem Ort keinen Unverpacktladen und alle getesteten Sorten Naturkosmetik habe ich nicht vertragen… Umweltschutz ist echt gar nicht so einfach!

Daher habe ich mir Gedanken gemacht, in welchen Lebensbereichen Verzicht vielleicht nicht ganz so unbequem, und dafür aber wirklich effektiv ist. Wobei wird wirklich weniger Müll produziert, CO₂ ausgestoßen und Ressourcen geschont? 

Deshalb kommen hier meine Top 3 Bereiche, in denen ich mehr Nachhaltigkeit im Familienalltag verwirklich kann, die viel bewirken und dabei zumindest uns kaum wehtun.

Nachhaltiger Wickeln ohne großen Aufwand 

Pro Kind entsteht über die gesamte Wickelzeit etwa 1,5 TONNEN nicht recyclebarer Windelmüll. Dieser muss dann unter Zuführung von Energie verbrannt werden. (Windeln sind durch die enthaltene Stoffe schlecht brennbar.) Die übrig bleibende Schlacke wird dann in ehemaligen Salzbergwerken für die Ewigkeit eingelagert. Was für ein Wahnsinn! Viel ökologischer wäre doch da das Wickeln mit wiederverwendbaren Stoffwindeln. 

Im Beitrag über meine größten Mama-Fails hatte ich es ja bereits geschrieben: nach der Geburt meiner Tochter hatte ich diese Option nicht einmal in Betracht gezogen. Diesmal habe ich viel recherchiert. Die meisten Stoffwindeln-Systeme sind mir persönlich zu kompliziert. Aber ich habe nun eine Marke entdeckt, die meinem Anspruch an Einfachheit entspricht. Schon bald wird Baby erstmals Stoff am Popo tragen. Mal schauen, ob es klappt. Falls nicht, wickeln wir auch weiterhin zumindest mit Chemie-freien, CO₂-neutralen Ökowindeln. Immerhin. Zudem sparen wir immerhin schon mal die Feuchttücher. Denn auch sie bestehen teilweise aus Plastik und summieren sich zu etwa 40kg Müll im Jahr! Ein Riesen Haufen! Wenn es doch zumindest daheim auch einfach ein feuchter Waschlappen tut.

Nachhaltigkeit im Familienalltag - wickeln

Photo by zelle duda on Unsplash

Nachhaltig(er) verreisen

Eigentlich dürften die Worte Nachhaltig und Reisen überhaupt nicht in einem Satz verwendet werden. Denn am nachhaltigsten ist es natürlich, einfach zu Hause zu bleiben. Aber es soll ja hier um einfache Arten des Verzichts gehen. Gar nicht in den Urlaub zu fahren, wäre auf jeden Fall für uns keine Option.

Ein Wochenende in Barcelona, spontaner Trip nach Griechenland, Sommer in Portugal und Flitterwochen in den USA… wir sind früher sehr viel rumgekommen, haben viel gesehen und wenn es irgendwo hin einen günstigen Flug gab, dann haben wir ihn genommen. Und das obwohl beim Fliegen so viel CO₂ aufgestoßen wird, wie bei sonst kaum einer Tätigkeit. 

Inzwischen bin ich seit etwa 4 Jahren gar nicht mehr in den Urlaub geflogen und ich muss sagen: es fehlt mir nicht und man sieht genauso viel! Nur eben anderes. Inzwischen verreisen wir nur noch mit dem Auto. Zu viert in einem Wagen bei angemessener Fahrweise ist der individuelle CO₂-Ausstoss vertretbar. Bahnfahren wäre zwar noch ökologischer, aber da stehen leider Preis und Bequemlichkeit sowie Flexibilität in keinem guten Verhältnis. 

Sicher werden wir auch irgendwann noch mal eine Fernreise unternehmen. Aber erst, wenn die Kinder alt genug sind, wirklich alles bewusst mitzuerleben und Erinnerungen mitzunehmen. Kleinen Kindern ist es unsere Erfahrung nach nämlich vollkommen egal, ob sie im Pazifik oder im See um die Ecke plantschen. 

Nachhaltigkeit im Familienalltag: Verzicht auf Flugreisen

Photo by Gemma Evans on Unsplash

Nachhaltigkeit im Familienalltag: Es muss einfach nicht Fleisch sein 

Ich liiiebe Pizza Diavolo mit scharfer Salami. Und ich liebe Spaghetti Bolognese. Und wenn ich mal etwas ganz besonderes kochen möchte, dann gibt es Rindsrouladen. Einfach köstlich. 

Aber ich weiß, dass Massentierhaltung zu den absoluten Klima-Killern gehört. Tiere in der konventionellen Landwirtschaft fressen Futter aus Soja, für dessen Anbau auf der anderen Hälfte der Erde Regenwälder gerodet werden und das dann per Schiff tausende Kilometer weit transportiert wird. Damit es hier in den Mägen von gequälten, zusammengepferchten Tieren landet, die es verdauen und dabei noch mehr Klima-schädliche Gase ausrülpsen. Diese werden dann wiederum hunderte Kilometer ins europäische Ausland gefahren, dort kostengünstig geschlachtet, nur um wieder zurück nach Deutschland gebracht und weiterverarbeitet zu werden. Unter diesen Gesichtspunkten schmeckt die Salami auf der Pizza dann doch nicht mehr so gut. 

Daher ernähren wir uns inzwischen daheim fast vollständig vegetarisch. Eier beziehen wir vom Bio-Bauern nebenan, Milch und Käse kaufen wir ebenso lokal und halbwegs ökologisch vertretbar. 

Das heißt nicht, dass ich nicht zur Weihnachtszeit vielleicht doch einmal Rouladen kochen werde, dann aber aus regionalem Biofleisch. Dann ist es auch etwas Besonderes. Aber für mehr Nachhaltigkeit im Familienalltag können wir sehr einfach auf die Scheibe Wurst am Abend und die Leberkassemmel am Mittag verzichten.

Nachhaltigkeit im Familienalltag: Eier vom Bio-Bauern um die Ecke

Photo by Zachariah Smith on Unsplash

Das waren meine Top 3 Bereiche, in denen ich effektiv mehr Nachhaltigkeit im Familienalltag implementieren konnte. Wie sieht es bei euch aus? Verzichtet ihr aus Umweltgründen auf bestimmte Dinge? Und worauf könntet ihr absolut gar nicht verzichten? Ich bin gespannt auf eure Kommentare.

Titelbild: Photo by Ilya Pavlov on Unsplash

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