Schmerz lass nach!

Lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen, weil ich im Moment doch ziemliche Probleme habe. Schon seit meiner Jugend bin ich leider jemand, den dieses fiese kleine Monster namens Migräne hin und wieder heimsucht und bis auf das Übelste quält. Nicht schwanger ist das schon fies, aber mit tollen Schmerzmitteln, ein bisschen Dunkelheit und Ruhe war das zumindest einigermaßen zu überleben. Nun als Schwangere fallen meine Migränetabletten jedoch weg und ich musste mich in den letzten Tagen nach einer Alternative umsehen.

Letzte Woche ging es los, nachts aufwachen, weil der Kopf hämmert, tagsüber kaum die Augen aufhalten können, weil das Licht in den Augen schmerzt. Meine einzige Möglichkeit war das Schlafzimmer komplett verdunkeln, mich ins Bett einzukuscheln und nichts mehr hören oder sehen. So konnte es nicht weitergehen und daher folgte ziemlich schnell der Anruf bei meiner Frauenärztin. Diese meinte, dass ich bei so starken Schmerzen auf jeden Fall ein Schmerzmittel in Form von Zäpfchen nehmen kann. Zäpfchen? Mit über 30?? Ich fühlte mich wieder wie ein Kind, als von der Apotheke kam und mit der Packung im Bad verschwand. Musste das wirklich sein? Eine Schmerzwelle, die meinen Kopf durchfuhr, nahm mir die Entscheidung allerdings ganz schnell ab und ich verschwand nach getaner Arbeit wieder in meiner Dunkelkammer.

Als am Tag drei die Schmerzen immer noch regelmäßig kamen, beschloss ich jedoch, dass ich dieses Problem nicht nur mit Schmerzmittel lösen konnte und vor allem wollte und daher wollte ich auch noch mit meiner Hebamme über meine Migräne sprechen. Gesagt  – getan: Bei meinem nächsten Termin sprach ich mein Problem an und meine Hebamme schimpfte mich (allerdings scherzhaft), warum ich nicht gleich angerufen hätte. Es gibt nämlich die Möglichkeit sich Akkupunktrieren zu lassen, um gegen die Migräne wirksam zu werden. Ich war etwas überrascht, dass meine Ärztin darüber nichts gesagt hatte, da diese mich ja auch wegen der Morgenübelkeit akkupunktiert hatte.  Da meine Hebamme Zeit hatte und dieser Tag schon wieder voller Migräneattacken war, stimmte ich zu es auszuprobieren. Sie setzte mir drei Nadeln in die Stirn und jeweils zwei in jede Hand.

Mittlerweile kann ich sagen, dass es eine wirklich gute Entscheidung war. Die Schmerzen verflogen zwar nicht (wie ich es utopischer Weise gehofft hatte), aber sie wurde erträglich und ich konnte zumindest so etwas ähnliches wie einen Alltag leben.  Ich habe noch einige Termine vereinbart und bin jedes Mal froh, wenn ich die Migräne damit in den Griff bekomme und kein Zäpfchen nehmen muss.

Einziger Wehrmutstropfen: Die Leistung muss natürlich vom Patienten selbst gezahlt werden. Aber das ist es mir in diesem Fall vollkommen wert.

Foto: privat

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