22.4.2014 Feiertage lasst nach!

Statue von schwangerer Frau im ParkSchon wieder eine längere Pause. Dies ist den Osterferien geschuldet und der Tatsache, dass ich letzte Woche alleine mit den beiden kleinen, süßen Monstern war. Ja, es ist tatsächlich so. Wenn man mit 2 kleinen Kindern alleine ist, dann fühlt es sich ab und an wie ein Überlebenscamp an oder ein 2-Frontenkrieg. Das ist dann eher so mit Theo, der seine Trotzphase manchmal geradezu bis zum Letzten auskostet. Aber alles in allem hat es gut geklappt und es war im Nachhinein weniger schlimm, als ich es mir  vorgestellt hatte. Der kleine Große ist ja ein absolutes Papakind im Moment und so hatte ich schon einen regelrechten Horror vor diesen Tagen. Aber als der Papa dann weg war, ging es erstaunlich gut. Er ist für seine 2 Jahre wirklich verständnisvoll, gerade was das Füttern der Kleinen angeht. Und wickeln findet er wahnsinnig toll. Leider macht das Baby nicht so oft in die Windeln, wie es sich Theo wünscht. Er könnte stundenlang wickeln und die schmutzigen Windeln in  den Müll werfen. Abends war ich dann aber doch sehr froh, als der Mann endlich nach Hause kam. Ich muss sagen, dass Alleinerziehende meinen größten Respekt verdienen. Das ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Es ist ja nicht nur die pure Arbeit, die dann an einem alleine kleben bleibt. In manchen Momenten möchte man einfach aussteigen, alles rückgängig machen, ja sogar selbst manchmal wieder Kind sein. Da wird einem dann alles zu viel. Der Schlafmangel, das Geschrei, die Verantwortung. Trotz alledem entschädigen viele Momente für den Stress, die fahle Haut und die ersten grauen Haare. Das kann man beim ersten Kind nicht glauben, aber es ist tatsächlich so. Im Grunde meines Herzens möchte ich sie nicht mehr hergeben. Ich bin auch so viel sensibler geworden, was Geschichten anbelangt, in denen Kindern etwas Schreckliches zustößt. Bei dem Fährenunglück in Südkorea, da musste ich sofort losheulen. Allein der Gedanke daran, einem meiner Kinder könnte etwas Schlimmes widerfahren, ist unerträglich. Es ist auch genau dieses Risiko, das man tagtäglich mit sich herumträgt. Das Wissen, das man sie nicht vor allen Gefahren schützen kann. Natürlich denkt man nicht in jeder Sekunde daran, dann würde man ja verrückt werden. Aber es ängstigt einen doch öfter als vor den Kindern. Davor, dass einem selbst etwas passieren kann, hat man ja meist nicht so viel Angst. Jedenfalls dann nicht, wenn man noch niemanden hat, den man alleine lassen könnte. Ja, ich war ein wenig nachdenklich während dieser Feiertage, auch wenn sie bei uns nicht besinnlich, sondern turbulent waren. Da ist auch diese Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan, der die Gemeinde in unserer Nachbarschaft Asyl gewehrt. Viel diskutiert in der Presse und für meine Begriffe völlig zu Unrecht. Jeden Abend hat der Vater mit seiner kleinen Tochter vor der Kirche gespielt. Es war ja nichts los und Ostern feiern sie auch nicht. Es hat genieselt und war kalt und die Kleine hätte nicht fröhlicher sein können. Es hat mein Herz zusammenziehen lassen bei diesem Anblick, weil ich mir gedacht habe, dass Kinder zum glücklich sein, wahrlich nicht viel brauchen. Wenn man das sieht, dann überlegt man nicht wirklich, ob man diese Familie wieder in ein schmutziges Flüchtlingslager in Osteuropa zurückschickt. Normalerweise bin ich nicht so emotional, vielleicht sind es auch die Stillhormone, die mich so „weich“ machen. Davon habe ich höchstwahrscheinlich recht viel, weil die Kleine schon ein richtiger Wonneproppen ist. Sie futtert mir noch die Haare vom Kopf. Aber sie muss sich ja auch beeilen, schließlich wartet da jemand, der mit ihr spielen will!

Foto CC BY-SA 2.0 von William Murphy

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