Supermegaschwanger

Wenn ich das Haus verlasse und Menschen mit auf der Straße sehen, haben die Angst vor mir. Ich bin nicht dick, nicht rund, nicht kugelrund. Ich bin Bauch. Einfach nur noch Bauch. Und: Es gibt nur noch einen Ort, an dem ich mich einigermaßen gern aufhalte. Doch der ist allein nicht zu erreichen…Hallo, ich bin’s der Bauch. Ins Gesicht schaut mir eh keiner. In der Bahn (wenn ich denn mal fahre), stehen die Leute schon von weitem auf, auf der Straße werde ich ständig angequatscht und der Typ an der Kasse vorm Programmkino hat Angst vor mir und würde mich am liebsten nicht reinlassen.

Obendrauf piept ständig das Handy. Menschen wollen ganz unverbindlich wissen, wie es mir so geht. Meine Mutter und meine Schwester bemühen sich sehr, keine Kontrollanrufe zu machen. Aber wenn sie im Messenger sehen, dass ich ihre Nachricht nach zwei, drei Stunden immer noch nicht gesehen haben, rufen sie sich gegenseitig an und versuchen sich zu erkundigen, wie es mir geht und ob es nicht schon so weit sei.

Ist es nicht. Auch, wenn ich es selbst nicht glauben kann, dass dieser Bauch noch wachsen könnte.

Ich kann nicht essen, nicht schlafen, nicht sitzen, nicht stehen und auch nicht liegen. Der Bauch ist hart, riesig und die ersten Übungswehen kommen auch ab und an.

Es gibt nur einen Ort, der okay ist. Das ist die Badewanne. Ich bin fast täglich baden. In der Wanne fühle ich mich nicht ganz so schwer und ich kann mich einigermaßen bewegen. Auf dem Rücken liegend, ragt der Bauch weit heraus. Allerdings traue ich mich nicht, allein in die Badewanne ein- und auszusteigen, deswegen warte ich immer bis Chris von der Arbeit zurück ist und lasse mir dann das Wasser ein.

Wir harren also der Dinge und ich bin jetzt schon stolz auf die Mädchen, dass sie die akute Frühchen-Gefahr weit überwunden haben. Immerhin beginnt morgen Woche 38. Bravo, ihr Kleinen. Ich halte es noch aus!

Bild: pixabay

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