Introduction

Corona-Frust: Die Nerven liegen blank

Die Nerven liegen blank: Corona-Frust

Corona-Frust: Die Nerven liegen blank

Seit 11 Tagen sind wir in Quarantäne. 11 Tage zu viert in drei Zimmern. So langsam kommt der Corona-Frust.

Das Virus macht die Runde

Zuerst hatte es meinen Mann erwischt. An einem Mittwoch begann es bei ihm. Wir waren jedoch guter Dinge und gingen davon aus, dass seine Kopfschmerzen einfach am Arbeitsstress und dem bevorstehenden Wetterumschwung lagen. Leider Fehlanzeige. Denn die Corona-App leuchtete rot und das Ergebnis des PCR-Test am Samstag ebenso.

Also zog er allein nach oben ins Schlafzimmer, ich isolierte mich rund um die Uhr mit beiden Kindern ins Wohnzimmer im Erdgeschoss. Doch vergeblich. Am Montag hatte plötzlich unsere Große hohes Fieber. Ihr und mein Selbsttest waren positiv.

Von nun an war also nur noch unser Kleiner verschont. Doch am zweiten Wochenende in Isolation hat es nun auch ihn erwischt. Trotz stillen, wickeln und kuscheln mit Maske.

Symptome, Symptome, Symptome

Jeder bisher nicht Erkrankte, der behauptet, Omikron sei doch nicht so dramatisch, sondern einfach nur wie ein Schnupfen, sollte sich glücklich schätzen, dass er noch nichts Gegenteiliges am eigenen Leib erleben musste.

Mein Mann litt und leidet auch über eine Woche später noch teilweise unter heftigsten Kopf- und Gliederschmerzen, Kurzatmigkeit, Schlappheit, Kreislaufproblemen und einem wiederkehrenden Stechen im Herzen. Wir können nur hoffen, dass das bald verschwindet. Unsere Große hatte 2 Tage hohes Fieber und war eine gesamte Woche kaum zum Spielen zu begeistern. Sie hatte wenig Appetit und war ab spätestens um 5 so müde, dass sie nur noch geweint hat und ins Bett musste.

Bei mir setzten die Symptome zwar erst drei Tage später, dafür aber nicht weniger heftig ein: Kopf- und Gliederschmerzen und Halsweh, wie nie zuvor. Danach kam dann auch mal der Schnupfen. Unseren Kleiner letztendlich hatte es auch mit Fieber und Husten erwischt.

Fieber und Corona-Frust

Photo by Kelly Sikkema on Unsplash

Die Nerven liegen blank – Corona-Frust

So hocken wir hier seit 11 Tagen in teilweise schlechter körperlicher Verfassung und versuchen trotzdem das Beste aus der Situation zu machen. Die Große durfte anfangs so viel Frozen schauen, wie sie wollte. Für andere Tätigkeiten war sie kaum zu motivieren, da zu müde. Immerhin sind wir jetzt runter auf nur einen Film pro Tag, die restliche Zeit spielen, lesen und puzzeln wir viel. (Während sich der Frozen Soundtrack auf ewig in meinen Kopf eingebrannt hat und dort in Dauerschleife weiterläuft.)

Da mein Mann im Homeoffice arbeitet, bin ich die meiste Zeit mit beiden Kindern alleine. Was mir langsam aber sicher den letzten Nerv raubt. Schläft der Kleine, bin ich die ganze Zeit angespannt und muss die Große immer wieder ermahnen, leise zu sprechen. Denn er hat nur einen leichten Schlaf und muss sich erholen. Ist er wach, muss ich es irgendwie handhaben, beide Kinder bei Laune zu halten. Bei einer Dreijährigen in der Autonomiephase, die sonst eine Menge Abwechslung durch Kindergarten unter der Woche und Ausflüge am Wochenende  hat, gar nicht so einfach. Kein Wunder, dass sich das Eingesperrtsein und die Krankheit auch auf ihre Laune auswirken. Bekommt sie ihren Willen nicht, gibt es immer häufiger Geschrei oder Tränen. Hallo Corona-Frust!

Ich merke deutlich: Natürlich liebe ich meine Kinder über alles. Und sie sind beide ja trotzdem so lieb und umgänglich, wie man es sich in Anbetracht der Situation nur wünschen kann. Aber trotzdem könnte ich so langsam mal eine Pause gebrauchen. Eine Pause nur für mich. Die ich nicht mit Wäschewaschen oder kochen verbringe. Oder damit, unsere drei Zimmer permanent halbwegs in Schuss zu halten, um nicht auch noch von Unordnung genervt zu sein. Eine Pause vor abends um 7. Denn dann bin ich aktuell einfach zu müde, um noch etwas Schönes oder Produktives mit meiner Zeit anzufangen.

Doch der größte Frustrationsgrund kam heute Nachmittag: für meinen PCR-Test hatte ich keinen Nachweis erhalten, konnte also das Ergebnis nicht abrufen und war einfach davon ausgegangen, dass er wie bei meiner Tochter positiv ist. Vorhin erreichte ich endlich meine Hausarztpraxis: Mein PCR-Test war wider Erwarten negativ. Ich habe mich also erst später angesteckt als ursprünglich gedacht. Was einerseits natürlich eine Erklärung für meine verzögerten Symptome ist. Andererseits aber auch bedeutet, dass ich noch eine ganze Weile länger in Isolation bleiben muss, als ursprünglich angenommen. Also auch weiterhin keine Spaziergänge, nicht einkaufen gehen, nicht mal ein Besuch in meinem Lieblingscafé. Seufz.

Am liebsten würde ich mich nach den vergangenen 11 Tagen ohne Aussicht auf Verbesserung mit einer Zigarette und einem GROßEN Glas Wein auf den Balkon stellen. Aber das ist natürlich keine Option, da ich noch stille. Also schreibe ich mir meinen Frust besser von der Seele, als ihn mit Giften zu betäuben,

Nun bleibt noch etwas essen und anschließend im 3h Rhythmus schlafen und stillen, bevor der Wahnsinn morgen wieder von neuem beginnt. Daumendrücken, dass die Große Ende der Woche endlich negativ getestet zumindest für ein paar Stunden in die Kita kann und bis dahin nicht ihre Gruppe in Quarantäne musste.

Bleibt alle gesund und hinterlasst euren persönlichen Corona-Frust gern in den Kommentaren

TItelbild: Photo by Anthony Tran on Unsplash

0 Kommentare zu “Corona-Frust: Die Nerven liegen blank

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.