„Okay, wir holen sie heute“

Wir hatten einen Termin in der Klinik, weil wir noch einmal mit der Ärztin besprechen wollten, ob wir uns nun wegen der Beckenendlage von Mädchen 1 zu einer natürlichen Geburt oder Kaiserschnitt entschieden haben. Doch dieser Tag sollte viel emotionsgeladener werden als ich dachte…Da saß ich nun der Ärztin gegenüber und sprach es aus: „Ich bin nicht mutig und entscheide mich für den Kaiserschnitt.“ Und dann fügte ich leise etwas hinzu: „Und wissen Sie was, ich kann nicht mehr! Ich kann nicht schlafen, nicht liegen, nicht sitzen, nicht essen.“ – „Okay, wir holen sie heute“, meinte sie entschlossen. Wir fuhren also heim, um die Kliniktasche zu holen, doch dann kam doch alles anders…Was waren wir aufgeregt! Sollten unsere Zwillinge doch schon heute kommen. Laut den Ärzten sprach nichts dagegen, ich war kurz vor der 39. Schwangerschaftswoche. Den Babys geht es gut, aber ich konnte nicht mehr. Ein hoher Blutdruck und jeden Tag Qualen. Ich war so erleichtert, dass dies bald vorbei sein sollte. Wir fuhren also heim, holten die Tasche und warteten vorm Kreißsaal. Und warteten. Und warteten. Nach zwei Stunden meinte die Ärztin, es sei zu viel los. Wir müssten noch mindestens zwei weitere Stunden warten. Okay, wir hielten durch.

Wer auch in einer Großstadt wohnt, ahnt es bereits. Es ging gar nichts mehr. Die Kreißsäle waren belegt. Nach fast fünf Stunden schüttelte unsere Ärztin, bei der ich unbedingt entbinden möchte den Kopf. „Es klappt heute nicht mehr…“ Da am Wochenende im Krankenhaus eine minimale Besetzung ist, sollen wir bitte Montag in der Früh wiederkommen.

Ich befürchte, dass ich platzen werde, aber okay, ich sehe das ein. Ich bin eben kein Notfall und jetzt weiß ich auch, warum alle von überfüllten Geburtsstationen sprechen. Durchhalten. Ich schaffe das. Und jetzt bitte ich um Regen. Ich kann die Hitze unmöglich weiter ertragen.

Bild: pixarbay

 

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