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Party am Dienstag? – Milchbar!

Neon Schild mit Bar Cocktails Dreams Disco Party

Party am Dienstag? – Milchbar!

Münchner Lesern kommt das vermutlich bekannt vor. Ihr kennt sicher alle die Plakate, die das Stadtbild mit eben jenem Spruch zieren. Alle anderen müssen es einfach so glauben: so wirbt hier ein Club.

Die Milchbar ist meine Stammkneipe geworden, wenn man das so sagen kann. Allerdings spreche ich aktuell nicht mehr von dem Club in der Sonnenstraße, wenn ich von der Milchbar rede. Und Party am Dienstag gibt es bei mir schon lange nicht mehr. Auch nicht am Mittwoch, Donnerstag oder Freitag, wenn wir schon dabei sind.

Die Milchbar, das bin ich und diese Bar hat seit etwa fünf Monaten immer geöffnet. 24/7 sozusagen. Die Tür ist sehr streng, die Schlange folglich immer kurz, es gibt aber ohnehin nur einen Stammgast. 

Ich stille voll. Wer es jetzt despektierlich findet, dass ich meine Brüste als Milchbar bezeichne, der mag mir verzeihen. Oder auch nicht. Sind ja schließlich meine Brüste und ich überhaupt bin ich für mehr Selbstbestimmung und weniger Verklemmtheit.

Für mich war von vornherein klar, dass ich mein Kind stillen möchte. 

Ich sage bewusst möchte und nicht werde, denn nicht bei jeder Frau, die stillen möchte, klappt es auch. Und genauso gilt, dass nicht jede Frau, die stillen könnte, es auch möchte. Diese Entscheidung kann und sollte jede Frau für sich selbst treffen. Ohne Wertung Außenstehender. 

Meine Entscheidung war klar, nicht zuletzt, da es wissenschaftlich belegt ist, dass Muttermilch die bestmögliche Ernährung für einen Säugling bietet. Sie enthält wichtige Nährstoffe in der richtigen Qualität und Menge, schützt das Baby vor Krankheiten und verhindert gleichzeitig, dass das Baby überernährt wird. Von den Vorteilen für die Mama, wie eine schnellere Rückbildung der Gebärmutter oder einem geringeren Risiko an Brustkrebs zu erkranken, ganz zu schweigen. 

Aber – und das möchte ich nicht kleinreden – Stillen bringt auch gewissen Einschränkungen mit sich, die einem bewusst sein sollten. 

Was muss man beim Stillen beachten?

Das wichtigste ist und bleibt: kein Alkohol für die Mama! Denn wie auch in der Schwangerschaft gilt, das Kind trinkt mit und Alkohol kann schwerwiegende Schäden bei Un- und Neugeborenen nach sich ziehen. Beachtet man einige Punkte, kann man – und das ist der große Unterschied – in geringen Mengen Alkohol konsumieren, da dieser nicht mehr direkt in den Kreislauf des Babys übergeht. Hier sollte man aber sehr genau aufpassen, was es zu beachten gilt. Am sichersten ist und bleibt aber weiterhin der Verzicht.

Ähnliches gilt für koffeinhaltige Getränke. Auch hier ist eine gewisse Vorsicht geboten, jedoch gilt hier glücklicherweise nicht die Null-Toleranz-Politik. Geringe Mengen sind erlaubt, jedoch sollte man sich bewusst sein, dass Koffein nicht nur in Kaffee enthalten ist. Auch die völlig harmlos daher kommende Zartbitterschokolade kann sich beispielsweise als Koffeinlieferant entpuppen. Fies! Die Zutatenliste gibt im Zweifel Aufschluss darüber.

Finger weg von Drogen, muss ich glaube ich nicht extra erwähnen, oder?

Soweit, so offensichtlich. Was gibt es noch zu beachten?

Jetzt wird es hart für alle, die gerne eine frisch gepressten O-Saft zum Frühstück trinken. Der Konsum von Zitrusfrüchten kann beim Baby in einem wunden Po resultieren. Die gute Nachricht: längst nicht jede Mama/jedes Baby sind davon betroffen und die Folgen sind glücklicherweise ja auch bei weitem nicht so dramatisch, wie bei Alkohol- oder Koffeinkonsum. Wenn man die roten Pusteln im Windelbereich vermeiden kann, wird aber wahrscheinlich jede Mama dem Winzling zuliebe auf die leckeren Vitamin C Lieferanten verzichten.

Wo wir gerade bei Fruchtsäften sind. Hier gibt es interessante Hintergrundinformationen zum Thema Alkohol in Fruchtsäften.

Ich bin leider noch nicht am Ende. Auch laktosehaltige Produkte oder Nüsse können beim Baby zu Reaktionen führen. Im Zweifel hilft nur ausprobieren, Produkte über einen gewissen Zeitraum vom Speiseplan streichen und schauen, ob sich was tut.

Immer nur Verzicht. Gewinnt man auch etwas durch das Stillen hinzu? 

Ja, und zwar ganz offensichtlich: Brustumfang. Kann man gut finden oder auch nicht.
Eventuell: auslaufende Brüste. Nicht so angenehm und optisch auch kein Highlight, dem kann man aber mit Stilleinlagen ganz gut entgegnen.
Auf jeden Fall: innige Zweisamkeit mit unseren niedlichen Winzlingen. Und das ist, wie ich finde, tatsächlich Ausgleich genug. 

Die Milchbar bleibt in unserem Haus also trotz des notwendigen Verzichts und mancher Unannehmlichkeiten bis auf Weiteres geöffnet. Party am Dienstag mach ich dann vielleicht 2022 wieder.

Ok, machen wir uns nichts vor. Nächte durchfeiern kommt für mich nach dem Abstillen vermutlich auch nicht wieder. Ganz sicher jedoch nicht an einem Dienstag …

Photo by Nick Fewings on Unsplash

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