Flamenco! Olé!

Ich kann mich noch ziemlich genau daran erinnern, als ich zum ersten Mal gespürt habe, wie sich mein Baby bewegt hat. Anfangs waren es kleine Bewegungen die sich anfühlten, als hätte ich einen Bienenstock im Bauch. Doch mit der Zeit wurden die Bewegungen immer definierter und mittlerweile fühlt es sich oft an, als hätte mein kleiner Mitbewohner eigentlich spanische Wurzeln und übt daher jetzt schon fleißig den Flamenco. Besonders erstaunt es mich, dass mein Mäuschen schon jetzt durch Bewegungen sehr deutlich machen kann, was ihm gefällt und was nicht.

Wenn man zum ersten Mal schwanger ist, möchte man alles richtig machen und alles dafür tun, dass es dem Baby gut geht. Daher habe auch ich Sportmuffel mich dazu entschlossen an einem Yogakurs für Schwangere teilzunehmen, um richtig zu atmen und um, trotz Bauch, etwas gelenkiger zu werden (vielleicht klappt das mit der Fußpflege ja dann auch wieder selbst). Ganz brav saß ich also vorgestern schon das zweite Mal mit 7 anderen werdenden Mamas in einem wohlriechenden Raum auf einem Stillkissen, atmete, tönte und fühlte mich gut dabei. Auch beim Durchlaufen des Sonnengrußes geht es mir super und ich bin erstaunt, dass diesen Samstag schon mehr ging, als letzten (ja, ich hab zuhause fleißig geübt). Allerdings scheint mein Ungeborenes sich eine Figur aus dem Sonnengruß zum Feind auserkoren zu haben und zwar den Hund. Jedes Mal, wenn ich meinen Hintern nach oben in die Höhe schiebe, dauert es nicht lange und der erste sehr präzise Tritt in meine Blase lässt mich zusammenzucken. Zuerst dachte ich, dass es vielleicht Zufall ist, aber nein: Gehe ich in die Position, tritt mich mein Baby in die Blase, verharre ich dennoch im Hund, folgt ein weiterer Tritt und noch einer, sollte ich die Unverfrorenheit besitzen dann noch immer in der Position zu bleiben. Erst wenn ich meinen Oberkörper auf die Schenkel ablege ist wieder Ruhe und ich kann den restlichen Gruß ohne Probleme durchlaufen. Meine Yogalehrerin meinte, das sei ihr auch noch nie vorgekommen und schmunzelt immer, wenn ich die Position nach ein oder zwei ‚Uff!‘s verlasse. Mein Kind hält also scheinbar nicht viel von der Hunde-Position – anders wenn ich zweimal die Woche schwimmen gehe. Dann habe ich das Gefühl mein Kleines mag diesen Moment und ‚floatet‘ in meinem Bauch wie ich im angenehmen Wasser. Vor allem, wenn ich mich dann im warmen Becken entspanne, genießt es diese Zeit scheinbar sehr und ich spüre, wie es sich ruhig hin und her bewegt.

Dennoch bringen mich die Flamenco-Momente am meisten zum lachen. Tom sagt, dass da wohl schon mein Temperament durchkommt. Ende dieser Woche werden wir übrigens endlich erfahren, ob wir in einigen Monaten eine Tänzerin oder einen Tänzer bei uns begrüßen dürfen und ich bin schon unglaublich aufgeregt.  Die ersten Schühchen stehen jedenfalls schon mal bereit 🙂

Foto: privat

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