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Mädchen oder Junge?

Mädchen oder Junge

Mädchen oder Junge?

„Und, wird es ein Mädchen oder Junge?“ Wohl kaum eine andere Frage hören werdende Eltern während der Schwangerschaft häufiger. Sobald eine Schwangerschaft sichtbar wird, scheinen sich das Umfeld der zukünftigen Mama aber auch wildfremde Personen vor allem dafür zu interessieren, wie die Geschlechtsteile des Babys geformt sein werden. Schon skurril, oder?

Mädchen oder Junge? Wenn man es selbst nicht weiß…

Auch aus diesem Grund haben mein Mann und ich uns damals dafür entschieden, das Geschlecht unserer Tochter für uns zu behalten. Ein kleines Geheimnis, das wir niemandem verraten haben. Zudem war es ein Geheimnis, auf dessen Lüftung wir selbst sehr lang warten mussten. Denn das Ultraschallgerät meiner damaligen Frauenärztin war nicht sonderlich hochauflösend und Baby hat sich während der vielen Untersuchungen immer wieder geschickt versteckt. So konnte meine Gynäkologin erst mit 60%-iger Sicherheit, später mit 80%-iger Sicherheit sagen, ob es nun ein Mädchen oder ein Junge wird. Wirkliche Gewissheit hatte ich dann erst bei der Anmeldung zur Geburt im Krankenhaus. Auch zu diesem Anlass wird noch einmal ein gründlicher Ultraschall gemacht, um mögliche vorhersehbare Komplikationen vor der Geburt zu ermitteln oder auszuschließen. Erst der dort dortige Arzt konnte das Geschlecht eindeutig bestimmen.

Ich kenne jedoch auch Eltern, die sich das Geschlecht absichtlich nicht verraten lassen haben. Das kam allerdings für uns nie in Frage. Schon allein aus praktischen Gründen…

Mädchen oder Junge? Einkaufen wird schwierig!

Während mein Mann und ich etwa nach der Hälfte der Schwangerschaft mit einer großen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen konnten, dass wir ein Mädchen erwarten, tappten Freunde und Verwandte im Dunkeln. Meine Eltern nahmen diese Tatsache einfach zur Kenntnis, auch wenn sie es schon gern vorher gewusst hätten. Die Schwiegermama hingegen versuchte immer wieder, Name oder Geschlecht zu erraten, indem sie Vorschläge machte und auf eine unbewusste Reaktion von uns hoffte.

Doch selbst als ich mit ihr Babykleidung kaufen ging, ließ ich mir nichts anmerken. Gar nicht so einfach, wenn die meisten Dinge, die es 2018 in den Läden gab, in leuchtend pink „ICH BIN EIN MÄDCHEN!“ oder mit dunkelblauen Baggern und Kränen „ICH BIN EIN JUNGE“ schrieen. Natürlich hätte die Schwiegermama auch gern davon etwas gekauft, aber das lehnte ich in beide Richtungen vehement ab und fragte mich währenddessen:

Wo sind niedlich, neutrale Motive? Tiere oder Muster, die keine Herzen sind? Natürlich fand ich auch mädchenhafte Teile, die meinem Geschmack entsprachen, aber die kaufte ich dann eben gemeinsam mit meinem Mann ohne Begleitung von Mama oder Schwiegermama.

Mädchen oder Junge?

Photo by Baby Natur on Unsplash

Immer diese Gender-Problematik

Bis heute ärgere ich mich regelmäßig darüber, dass es wirklich kaum neutrale Kinderkleidung gibt. Selbstverständlich darf mein Mädchen Kleider tragen und einige ihrer Lieblingsteile sind auch rosa. Für mich muss nicht alles unbedingt neutral sein. Die Corona-Krise und die dadurch eingeschränkten Einkaufsmöglichkeiten machen die Problematik aber einfach noch deutlicher. Denn beim Online-Shopping muss ich mich, sobald ich einen Store besuche, für „Mädchen“ oder „Junge“ entscheiden. Eine Unisex-Kategorie gibt es gar nicht. Suche ich einfach nur eine neutrale Jeans oder Strickjacke, die zu allem passt, werde ich meist nur bei den Jungssachen fündig.

Dabei brauchen wir uns nicht wundern, dass wir von echter Gleichberechtigung in Schule, Berufsleben, Familienleben und der Gesellschaft noch weit entfernt sind, wenn wir schon unsere Kinder in traditionelle Genderrollen quetschen. So zum Beispiel, wenn wir unseren Töchtern Pullover kaufen, auf denen „Pretty like Mommy“ steht. Jungs hingegen bezeichnen wir auf ihre Kleidung aber als „Smart like Daddy“. Aber das ist noch einmal eine ganz andere Problematik…

Und dieses Mal? Mädchen oder Junge?

Dieses Mal müssen wir nicht mehr lange warten, bis das Geheimnis um das Geschlecht eindeutig gelüftet ist. Um genau zu sein, nur noch wenige Tage. Denn bei dieser Schwangerschaft haben wir den sogenannten Harmony-Test durchführen lassen. Bei dieser Blutuntersuchung werden die Chromosomen im Blut der Mutter untersucht. Dabei können beispielsweise Erkrankungen wie Trisomi 21 ermittelt werden. Und zudem eben auch das Geschlecht des Babys. Die gesundheitlich relevanten Ergebnisse waren glücklicherweise unauffällig, wie ich in meinem letzten Beitrag bereits berichtet habe. Das Geschlecht erfährt man jedoch erst nach Ende der 14. Schwangerschaftswoche. Damit soll verhindert werden, dass Babys, die nicht dem „Wunschgeschlecht“ entsprechen, nur aus diesem Grund doch noch legal abgetrieben werden.

Es bleibt also spannend, wobei sowohl mein Mann als auch ich von Anfang an das Gefühl hatten, dass es ein Junge wird. Hätten wir es uns aussuchen können, hätten wir uns wahrscheinlich eher ein Mädchen gewünscht. Einfach weil wir so unendlich verliebt in unsere zuckersüße Tochter sind und Mädchen häufig als die „einfacheren“ Babys gelten. (Ein Vorurteil, dass sich bei unserer Tochter tatsächlich zu 100 % bestätigt hat. Sie war wirklich ein „Anfängerbaby“)

Aber natürlich freuen wir uns auch über einen Jungen. Nur noch wenige Tage und wir wissen Bescheid. Ich halte euch auf dem Laufenden. Auch unserer Tochter werden wir dann das Geschlecht verraten, wenn wir ihr von der Schwangerschaft erzählen, damit sie sich alles besser vorstellen kann. Und spätestens dann können wir es wohl vor den Omas auch nicht mehr geheim halten.

An dieser Stelle möchte ich auch noch der lieben Julia zur Geburt ihrer Tochter gratulieren, von der sie in ihrem letzten Beitrag berichtet hat. Nach zwei Jungs nun ein Mädchen. Ob an den Vorurteilen über Jungs und Mädchen im Babyalter vielleicht doch etwas dran ist, wird sie uns bald verraten können.

Titelbild: Photo by Heather Ford on Unsplash 

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