Sonne und Mond

Die größeren Kinder schmettern das Laternenlied ‚Sonne, Mond und Sterne‘ grade wieder rauf und runter, denn St. Martin steht vor der Tür und sie wollen mit ihren selbstgebastelten Laternen singend durch die dunklen Straßen ziehen. Durch unsere dunkle Wohnung ziehe ich im Moment auch oft und zwar singend. Bei uns sind die Koliken eingezogen und auch hier sollten uns Sonne und Mond helfen.

Von jetzt auf gleich ging es los, dass sich unser Mäuschen unwohl fühlte und ab dann ließ die Pupserei auch nicht lange auf sich warten. Ich hatte viel darüber gelesen, aber alles irgendwie komplett verdrängt, als wir dann zuhause waren und alles so gut lief. Die Süße ist, bis auf die Stubenwagengeschichte, nämlich total einfach zu händeln, trinkt gut und ist immer wieder sehr schnell zu beruhigen. Doch jetzt quälen so arge Bauchschmerzen dieses kleine Wesen, dass sie scheinbar manchmal gar nicht mehr weiß wohin mit sich. Oft weint sie so schlimm und lange, dass sie irgendwann vor Erschöpfung in meinem Arm einschläft, nur um dann bald wieder weinend vor Schmerzen aufzuwachen. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht oft mit weine, weil mir meine Kleine so leid tut und ich ihre Schmerzen am liebsten selbst übernehmen würde. Also laufe ich mit ihr im Fliegergriff durch die Wohnung, singe und kuschle und beobachte müde, wie sie dann erschöpfte auf Papas aufgestellten Beinen auf dem Sofa einschläft und etwas Ruhe findet.

Große Erlösung brachte uns meine Hebamme vor einige Tagen, als sie zu ihrem Besuch vorbeikam. Ich hatte ihr geschrieben, dass wir ziemlich mit den Koliken zu kämpfen haben und so hatte sie diesmal etwas Besonderes in ihrer ‚Zaubertasche‘ . Grinsend überreichte sie mir ein Fläschchen Kümmelöl, schielte dann zu Vanessa und nickte in Richtung Wickeltisch ‚Komm, ich zeig dir was.‘ Ich holte mein Mäuschen und legte sie auf den Wickeltisch, wo meine Hebamme sie vorsichtig auszog. Dann gab sie etwas von dem Kümmelöl auf ihre Hände und begann mit unserem persönlichen Zaubermittel gegen Koliken: Der Sonne-und-Mond-Massage. Noch während sie massierte, konnte ich richtig sehen, wie der kleine Bauch sich etwas entspannte und die Süße ein wohliges Glucksen von sich gab.

Seitdem massieren wir 3mal am Tag, was die Maus unglaublich genießt und sie scheinbar auch wirklich entspannt. Natürlich hat sie immer noch Koliken und natürlich laufe ich nachts noch singend durch die Wohnung, aber ich habe das Gefühl, dass es bei weitem nicht mehr so schlimm für meine Kleine ist, als zuvor.

Foto: Creativ Commons https://openclipart.org/detail/213973/day-and-night

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