Wilma lebt sich ein … langsam

Wilma ist ja nun seit etwa 4 Monaten bei uns. In Sachen FAS Diagnostik sind wir bisher keinen Schritt weiter, ich schrieb ja schon, das der Termin beim Kinderpsychologen erst Richtung Herbst stattfinden kann, weil es nicht viele spezialisierte Ärzte gibt und diese natürlich ausgebucht sind. Zusätzlich stellen sich ja noch andere Fragen, hinsichtlich Drogenkonsum der Mutter in der Schwangerschaft, mittlerweile gibt es zumindest diffuse Anzeichen das auch ein Missbrauch im sexueller Hinsicht nicht ausgeschlossen werden kann. Alles in Allem also belastend, man bekommt Wut wenn man sieht, was dies alles anrichtet. Bei Wilma halten sich die bisher erkennbaren Folgen in Grenzen, was aber leider weder eine sichere Prognose für ihr künftiges Leben darstellt, noch eine kurzfristige Sicherheit bedeutet. Wie so oft – das Beste hoffen, Schlimmes erwarten. Natürlich haben wir auch Kontakte zu anderen Pflegeeltern und wir sehen, das dies alles noch viel herausfordernder sein kann.

Eigentlich wollte ich heute ein bißchen darüber schreiben, wie sich solche Defizite im Alltag auswirken.

  • Wilma neigt dazu, alles mögliche immer und immer wieder zu wiederholen. ‚Hast Du mich lieb?‘ – ‚Ich hab Dich lieb!‘ Was süß wirkt, ist beliebig und bekommt quasi jeder und jede nach kurzer Zeit mitgeteilt.
  • Wilma ist Distanzlos. Das Konzept ‚Fremde‘ existiert für sie nur sehr eingeschränkt. Wirkt wieder süß auf Personen, welche die besonderen Umstände nicht kennen, erfordert aber von uns natürlich ganz besondere Aufmerksamkeit, denn sie würde im Wortsinne mit (fast) jedem nach Aufforderung einfach so mitgehen, insbesondere dann, wenn wir – oder ihre großen (Pflege) Brüder, andere Bezugspersonen wie (Pflege) Oma, (Pflege) Opa mit dem- oder derjenigen einfach nur freundlich umgehen.
  • Wilma kotzt gerne und viel. Aus Protest. Wenn ihr etwas zu viel wird. Gerne dann wenn im Mund etwas Großes rein muß. Zähneputzen ist je nach Tagesform ein echtes Problem. Ich kenne kein Kind, welches sich nicht den Mund mit Gummibärchen vollstopft – wenn man es läßt. Diese Sorge müssen wir bei Wilma nicht haben. 2 .. 3 gleichzeitig – und Ende. Aber die werden dann schön hintereinander gegessen … insofern also doch ganz normal :). Aber der Protest via Übergeben und die Unmöglichkeit größere Dinge im Mund zu ertragen könnte ein Hinweis auf einen möglichen oralen sexuellen Missbrauch sein.

Das soll es als ganz kleiner Einblick sein, bei Interesse kann ich das gerne noch etwas weiter ausführen – schreibt uns :).

Liebe Grüße,

Tobias

Ps.: Der Beitrag war wirklich *fast* fertig :)).

 

 

 

 

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