Introduction

Eine lebens­ver­än­dern­de Reise nach Portugal

Eine lebens­ver­än­dern­de Reise nach Portugal

Im Juli 2021 kam eine Freundin zufällig in die Bar, in der ich gearbeitet habe. Sie hatte die angegliederte Wohnung über der Bar für Ihre Freunde gemietet, die aus Paris zu Besuch waren. Es war eine Zufallsbegegnung, sofern man an Zufälle glauben möchte. Wir durchfeierten die Nächte alle gemeinsam, mit viel Alkohol, Zigaretten und wenig Schlaf. Am Ende des Wochenendes lud Sie mich auf eine Reise ein. Eine lebensverändernde Reise nach Portugal.

Auf der Suche nach neuen Impulsen

Ich wusste schon vorher, dass ich im September auf eine längere Reise gehen würde. Bevor meine Freundin vor mir stand, wusste ich allerdings nicht, wohin. Das Arbeiten in der Bar war ein „Zwischenjob“, denn eigentlich hatte ich mich 2021 von allen Verpflichtungen befreit. Jobs und Projekte waren gekündigt, denn ich wollte Reisen und neue Impulse sammeln. Das Leben in München bot schon längere Zeit kein (Entwicklungs-)Potencial mehr für mich her. Portugal sollte mir neue Impulse bringen. Zu dem Zeitpunkt dämmerte mir noch nicht, wie sehr sich mein Leben ändern sollte.

Los geht die Reise

Einen Monat später war es so weit. Meine Wohnung war untervermietet, das Auto voll bepackt, ein Reisepass frisch ausgestellt und ich war zu allem bereit.

Die erste Station war Zürich. Dort besuchte ich eine Freundin (39 Jahre) und Ihren neuen Freund. Wir verbrachten schöne Tage am See und plauderten über das Leben – Pläne, Wünsche, Träume. Sie träumt von einer kinderreichen Familie und stand kurz vor ihrem 40. Geburtstag. Die berühmt-berüchtigte Uhr „tickte“. Bei mir (37 Jahre) war dieses Ticken nicht vernehmbar. Ich wollte Abenteuer, aufregende Erfahrungen und neue Erlebnisse.

Der Wunsch nach Community-Leben

Voller Vorfreude und Energie startete ich in meinem Flitzer aus Zürich Richtung Portugal. Nach nur 2 Tagen und 4 Stunden Schlaf im Auto war ich dort und bezog das Haus mit 4 anderen Leuten und 2 Hunden. Wir hatten es gemeinsam für 2 Monate gemietet. Ich habe mich bewusst in dieses „Wohnprojekt“ begeben, um herauszufinden, welche Bedürfnisse ich beim Wohnen in Gemeinschaft habe. Schon länger habe ich mir eine Veränderung meiner Wohnsituation gewünscht. Dieses isolierte Leben in den kleinen Münchner Wohnungen ist nicht mehr stimmig für mich. Der Wunsch, nach Community und Verbundenheit, wuchs stetig.

Gemeinsam leben, lieben, lachen & weinen in Portugal

Und so lebten wir gemeinsam, erkannten schnell Bedürfnisse, Grenzen und weinten und lachten zusammen. Ab und zu feierten wir auch gemeinsam. Jeden Donnerstag gab es in einem nahegelegenen Surf Shop live Musik, Tanz und jede Menge alkoholische Drinks. Von Corona war dort nicht viel zu spüren.

Wir mittendrin zwischen digitalen Nomaden und Surfern, die die Leichtigkeit des Lebens und den Moment feiern. Seitdem ich in Portugal angekommen war, hatte ich wenig Lust auf Menschenmassen und Events. Mein Mitbewohner bat mich an einem Abend, mich mit Hugo zu treffen. Er hatte ihn einige Tage zuvor beim Coworking in einem Café kennengelernt und sich für den Abend in die Live-Musik-Location verabredet. Da er keine Lust hatte hinzugehen, bat er mich stattdessen. Ich ging hin und es wurde ein sehr langer, lustiger und feuchtfröhlicher Abend, der bei mir daheim endete. Hugo und ich sahen uns mehrmals und hatten eine gute Zeit.

Das grummelige Bauchgefühl

Einen Monat später wartete ich auf meine Periode – sie kam nicht. Als sie nach über einer Woche nicht eingetreten war, machte ich mir Gedanken. Ich verabredete mit mir, noch einen Tag zu warten und wenn Sie bis dahin nicht da seien, würde ich einen Test machen. Diesen Abend ließen wir mit Spritz beim Sundowner ausklingen.

Schwanger mit Promille

Er schmeckte mir überhaupt gar nicht, obwohl er perfekt gemixt und auch in einem wunderschönen Glas angerichtet war. Dazu dieser atemberaubende Sonnenuntergang. Ich wunderte mich und in meinem Bauch begann es zu grummeln. Es sollte mein letzter Spritz für lange Zeit sein.

Meine Mitbewohnerin besorgte mir am nächste Tag einen Test in der Apotheke. Ich hatte es nicht geschafft, dies selbst zu tun. Er schlug direkt an und zack, ich hatte Gewissheit. Schwanger!

Tränchen kullern

Ach du liebes bisschen – diese Nachricht hat eingeschlagen. Ich ging zum Meer und war wie in Trance.

Mein erstes spontanes Gefühl war „Okay, let’s do it“. Doch dann folgten hunderte von unterschiedlichsten Gedanken. Ich war überwältigt und wusste nicht, wohin mit mir. Mein Mitbewohner saß im Café und empfing mich mit ausgebreiteten Armen, in denen mir ein paar Tränchen kullerten. Was für eine verrückte Nachricht in diesem verrückten Ort. Ich musste mich bewegen und Gedanken sortieren. Dabei rief ich einige meiner Freunde an, um die Neuigkeiten zu erzählen. Das half mir dabei, die Situation anzunehmen und realer werden zu lassen. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle folgte. Und wie würde Hugo auf diese Neuigkeit reagieren? Er hatte bereits eine getrennte Familie mit einem Sohn. Ich wollte auf jeden Fall das Testergebnis von einem Arzt bestätigen lassen, bevor ich mit ihm spreche.

Die versteckten Zeichen

Gleich am Montag fuhr ich drei Stunden lang runter in den Süden Portugals an die Algarve. Dort gab es einen deutschen Arzt und mein Gefühl sagte mir, es solle unbedingt ein Landsmann sein, dessen Sprache ich auch verstehe. Ich suchte vertrautes und Schutz. Draußen vor der Praxis stand ein einzelner Gartenstuhl, auf dem die Patienten aufgrund von Corona warten sollten. Während ich da so saß, sah ich gegenüber Fahnen wehen, auf denen Stand

„LIVE LIFE TO THE FULL“.

War das ein Zeichen? Wow – ich war ein weiteres Mal überwältigt. Eine Stunde später hatte ich Klarheit. Das kleine Herzchen schlug und ich befand mich in der 6. Schwangerschaftswoche.

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