Introduction

Babyausstattung – Must Haves oder für die Katz?

Babyausstattung – Must Haves oder für die Katz?

Was braucht man eigentlich alles an Babyausstattung? Ich möchte Euch meine Erfahrungen mitteilen, was man meiner Meinung nach Zuhause haben muss, wenn man mit dem Winzling aus dem Krankenhaus nach Hause kommt und was man vielleicht sogar schon im Krankenhaus dabei haben sollte
Spätestens wenn der Nestbautrieb einsetzt, fängt man an zu recherchieren und stößt unweigerlich auf die eine oder andere ultimative Must-Have Liste für Mamas (oder Papas). Und es steht so einiges auf diesen Listen! Aber braucht man das alles wirklich?

Lieber auf Nummer sicher gehen?

Kennt ihr diese künstlichen Verknappungsangebote auf Reiseseiten? Ihr Hotel wurde 378 Mal in den letzten 2 Stunden gebucht. Jetzt schnell zuschlagen und Zimmer sichern! Ja genau, glaubt eigentlich kein Mensch. Was aber, wenn doch gerade die halbe Welt im übernächsten Jahr an den drei Tagen im März genau an diesem Hotel interessiert ist…? Lieber schnell buchen, statt weiterzusuchen!

Ähnlich unter Druck fühlt man sich, wenn man anfängt für die Baby-Erstausstattung zu recherchieren. Man muss schließlich für alle Eventualitäten vorbereitet sein. Zumindest wird einem das suggeriert. Und besser früher kaufen als später, könnte ja sonst ausverkauft sein und von den – gerade aktuell ewig langen – Lieferfristen wollen wir lieber gar nicht erst reden. Hier gibt es außerdem gerade ein unschlagbar günstiges Kombiangebot! Dazu passen dann übrigens noch drei-und-drölfzig weitere Produkte aus unserem Shop, die Sie unbedingt haben sollten! Andere Eltern kauften übrigens auch noch dies und das und das hier ist auch ganz wichtig.

Ganz clevere Algorithmen schlagen einem dann in den Social Media Kanälen am laufenden Band zusätzlich noch weitere, auf den ersten Blick unfassbar sinnvolle Dinge vor, von denen man nie wusste, dass man sie brauchen könnte, geschweige denn, dass es sie überhaupt gibt. Aber hey, für unser Baby ist uns am Ende nichts zu teuer und was, wenn wir all die Dinge doch brauchen? Mal ehrlich, Leute. WAS, WENN?!? Schnell in den Warenkorb, Check-out, Katsching. Sie sind jetzt stolzer Besitzer einer fünfziger Packung Mullwindeln aus der streng limitierten Alfred Jodokus Quack Kollektion. Puh, gerade noch die offenbar letzte Packung erstanden. (Spoiler-Alarm: 50 Mullwindeln sind definitiv zu viel.)

Woher weiß man, was wirklich essenziell ist?

Ja, die Liste an Dingen, die man mit Ankunft des kleinen Erdenbürgers so braucht, ist nicht kurz. Übrgens, als frisch gebackene Mama braucht man auch noch so einiges. Und ja, man muss am laufenden Band nachkaufen (Windeln, Bodys, Mützen…). Aber ganz viele Dinge braucht man nicht oder zumindest nicht direkt zu Beginn. Da lohnt es sich durchaus, das eine oder andere auf eine eventuell-später-kaufen-Liste zu setzen. Jedes Kind ist anders und somit auch die Bedürfnisse. Und als Mama oder Papa findet man seinen eigenen Weg Dinge zu tun und benötigt daher manche Sachen einfach nicht.

Ich hatte das Glück von einer guten Freundin eine Liste mit Baby- (und auch Mama) Produkten zu bekommen, die sie selbst für ihre Tochter und sich gekauft, benötigt oder als relevant angesehen hatte. Eine persönliche, auf Erfahrung basierende Empfehlung von jemandem, dem ich vertraue. Besser geht es eigentlich nicht. Ich kann euch sagen, einiges von dem, was auf der Liste stand, habe ich trotzdem bis heute nicht benötigt. Aber wie gesagt, jedes Kind ist einfach anders.

Babyausstattung von der ich abraten kann

Schlafanzüge: Sehen ja ultrasüß aus, aber wer plant sein Baby nachts öfter zu wickeln (und das wird man unweigerlich zu Beginn tun), der wird recht schnell an den Punkt kommen, wo er/sie keine Lust hat nachts, bei fast vollständiger Finsternis, in Slow Motion Bewegungen, ein schlafendes Baby vorsichtig aus den Schlafanzugbeinen herauszuschälen, um an die Windel zu gelangen.
Mein Fazit: Lieber einfach nur einen Body und Schlafsack. Reicht bei den üblichen Temperaturen vollkommen aus. Aufknöpfen, schnell raus, schnell rein. Keep it easy.

Kapuzenbadetuch: Da gibts ja die niedlichsten Tierkapuzen und wer findet ein in ein Koala Handtuch gewickeltes Baby nicht entzückend? Offenbar mehr Leute, als man vielleicht vermuten mag. Kapuzenhandtücher sind ein sehr beliebtes Willkommensgeschenk. In unserem Fall gab es das so häufig, wir könnten die Kleine sieben Tage die Woche baden und jedes Mal mit einem frischen Handtuch trocknen und hätten immer noch welche in Reserve.
Mein Fazit: Besser die ersten Geschenke abwarten. In den sieben bis vierzehn Tagen nach der Geburt wird ohnehin nicht gebadet, zuerst muss der Rest der Nabelschnur abgefallen sein. Bis dahin ist sicherlich das eine oder andere Badehandtuch als Geschenk eingetrudelt.

Kratzfäustlinge: Ja, Babys kratzen sich oft selbst. Ja, es schmerzt, mit anzusehen, wie sie sich selbst ins Gesicht packen und festkrallen. Und ja, die Fingernägel sollte man frühestens erst nach ca. acht Wochen schneiden und bis dahin haben sie kleine, scharfe Krallen. Übrigens sind gekürzte Fingernägel kein Garant für nicht zerkratzte Babygesichter. Aber um wirklich wirksam Kratzern vorzubeugen, müssten die Fäustlinge 24/7 getragen werden und wer will seinem Baby schon dauerhaft die Chance nehmen nach Papas Fingern, Mamas Gesicht oder der eigenen Hand zu greifen?

Mein Fazit: Nachvollziehbarer Gedanke, aber in der Realität einfach nicht praktikabel. Kleine Kratzer heilen bei Babys ohnehin unfassbar schnell ab.

Tipp meiner Hebamme: einfach mit etwas Muttermilch betupfen, das hilft.

Babyausstattung die ich empfehlen kann

Babynestchen: Super praktisch, um die Kleinen tagsüber zum Schlafen abzulegen. Im Nestchen sind sie sicher aufgehoben und können ganz einfach von Zimmer zu Zimmer getragen werden. Wer sich in den ersten Tagen nicht vom Anblick seines Babys losreißen kann, legt das Nestchen einfach morgens vor die Dusche, mittags auf den Esstisch, abends aufs Sofa oder auf jede andere freie Fläche.

Babyschalen Adapter für den Kinderwagen: Das hat tatsächlich etwas Zeit, denn natürlich wird man zunächst primär die Babywanne für Spaziergänge nutzen. Sobald man jedoch mit möglichst wenig Gepäck irgendwo hinreisen möchte, wo man ein Auto nutzen und daher die Babyschale benötigen wird, machen sich die Adapter bezahlt. So kann man die Babyschale als Aufsatz auf dem Kinderwagengestell einsetzen und ohne Wanne, also mit weniger Gepäck, verreisen, ohne dass man vor Ort auf einen Kinderwagen verzichten muss.

Qualitativ hochwertige Mullwindeln: Klar sind Mullwindeln ein Nobrainer. Aber hier gibts Unterschiede in der Qualität. Und Alfred Jodokus Quack steht nicht zwingend mit seinem Namen für Flauschigkeit. Wichtig ist, dass sie möglichst dicht gewebt sind. Man muss hier aber nicht zu unfassbar hochpreisigen Produkten greifen, um eine gute Qualität zu bekommen. Die Eigenmarkenprodukte der bekannten Drogeriemarktketten sind in den meisten Fällen qualitativ auch ganz gut und kosten nur einen schmalen Taler. Wie bereits geschrieben, braucht man sicherlich nicht 50 Stück davon, aber ich rate dazu, bei allen gängigen Aufenthaltsflächen mindestens ein Tuch parat zu haben. Sprich auf dem Sofa, bei der Krabbeldecke, im Elternbett, am Beistell-/Babybett, beim Esstisch, im Kinderwagen … eigentlich überall, wo man sich unter Umständen mit dem Baby hinsetzen möchte und im Zweifel schnell ein Spucktuch zur Hand brauchen könnte. Diese Anzahl dann sicherheitshalber mindestens x 2, die Waschmaschine läuft ja meistens nicht wegen drei Spucktüchern.

Wegwerf Wickelauflagen: Klingt erstmal wenig nachhaltig und nach Müllproduktion, aber gerade in der ersten Zeit geht doch das eine oder andere Mal beim Wickeln was daneben. Am liebsten schießen (dies ist kein Buchstabendreher!) die Kleinen ja noch mal in den wenigen Sekunden nach, in denen die volle Windel ab und die neue noch nicht dran ist. Wenn man Glück hat, war es dann nur Pipi. Ich fürchte aber jeder Elternteil, der wickelt, bekommt früher oder später auch mal eine andere Ladung ab. Gerne auch in drei aufeinander folgenden Wickeldurchläufen. Für den Fall, dass man den Wickelauflagenbezug nicht am laufenden Band in die Waschmaschine werfen möchte bzw. nicht so viele hat, dass man dreimal am Tag neu beziehen kann, machen sich die Wegwerfteile durchaus bezahlt. Werden sie nicht eingesaut, kann man sie auch so lange weiter benutzen, bis es unweigerlich passiert (ja, selbst nach sechs Monaten kommen – zumindest bei uns – noch Wickelunfälle vor).

Milchpumpe: Wenn die Milch einschießt, kann das einige Tage richtig unangenehm werden. Die Brüste fühlen sich an wie Melonen – riesig, hart und als ob sie durch einen kleinen Stoß zum Platzen gebracht werden könnte. Das frisch geschlüpfte Baby trinkt aber nur in homöopathischen Dosen, jedes Spatzenküken schluckt gefühlt mehr. Die Milch muss also dringend raus und da hilft eine Milchpumpe – ob Handbetrieb oder elektrisch – ungemein. Praktische Begleiterscheinung: abgepumpte Milch kann eingefroren einige Monate aufbewahrt werden und der Mama hier und da etwas Freiräume verschaffen.

Wahrscheinlich haben alle Eltern ihre individuelle Liste an (un)verzichtbaren Dingen. Da möchte ich gar keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Grundsätzlich kann ich nur raten, sich am Anfang auf die essenziellsten Dinge zu konzentrieren. Alles, was Drogeriemärkte führen, kann bei Bedarf ratz fatz nachgekauft werden. Alles andere bekommt man innerhalb weniger Tage auch im Internet oder Fachhandel seines Vertrauens. Und vieles gibt es auch gebraucht und damit günstig und nachhaltig auf den gängigen Plattformen, Secondhand Läden und über Kleinanzeigen.

In diesem Sinne…

Keep calm and shop later

Photo by Keep calm and carry on

Photo by Shirota Yuri on Unsplash 

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