Introduction

Endlich schwanger – aber wie kann ich jetzt darauf anstoßen?

die-besten-alkoholfreien-alternativen-getraenke-cocktails-bier-sekt-wein-fuer-schwangere-frauen-werdende-muetter -

Endlich schwanger – aber wie kann ich jetzt darauf anstoßen?

Die Schwangerschaft feiern und genießen – mit leckeren und wirklich alkoholfreien Alternativen

Unser Projekt „Schwanger? Null Promille“ feiert dieses Jahr 10-Jähriges! Aber keine Sorge: Du musst vermutlich nicht die nächsten 10 Jahre auf Alkohol verzichten, wenn du nicht willst. Allerdings ist das mittlerweile dank diverser „alkoholfreier“ Alternativen gar kein Problem mehr, falls du in der Schwangerschaft auf den alkoholfreien Geschmack gekommen bist.

In diesem Artikel bekommst du Folgendes zu lesen:

1. Das Wichtigste zu alkoholfreien Getränken in der Schwangerschaft auf einen Blick

Grundsätzlich ist ein alkoholfreies Getränk in der Schwangerschaft okay – aber nicht mehr als ein Glas auf einmal und nur zu wirklich besonderen Anlässen. Denn auch alkoholfreies Bier und alkoholfreier Sekt dürfen laut Gesetz bis zu 0,5 % Alkohol enthalten. Zudem ist bei Sekt auch der Zuckergehalt deutlich höher als bei normalem Sekt – und zu viel Zucker ist in der Schwangerschaft noch weniger ratsam als sonst schon im Leben.
Es gibt aber auch Getränke mit der Bezeichnung „ohne Alkohol“. Diese enthalten auch keinen Restalkohol mehr. Und meist ist die Angabe „0,0 %“ gut lesbar aufgedruckt.

alkoholfreies bier mit null prozent alkohol wird von einer schwangeren fau getrunken um die schwangerschaft noch geheim zu halten, Party alkoholfrei
Alkoholfrei! Eine schwangere Frau schenkt sich ein Bier mit 0,0 % Alkohol ein.

2. Sind „alkoholfreies“ Bier und  Sekt „alkoholfrei“ für Schwangere wirklich unbedenklich?

Alkoholfreies Bier ist bereits seit etwa 50 Jahren auf dem Markt. Aber noch vor 10 Jahren, als unser Blog ins Leben gerufen wurde, musstest du das alkoholfreie Bier irgendwo ganz hinten im Supermarktregal suchen und hoffen, dass das Restaurant deiner Wahl „Bier alkoholfrei“ auf Lager hatte. Und du musstest hoffen, dass es auch wirklich schmeckt. Mittlerweile trinken aber auch nicht schwangere Menschen ganz selbstverständlich alkoholfrei. Der Verbrauch von alkoholfreien Bier oder Sekt ist stark gestiegen, sodass du inzwischen eher die Qual der Wahl hast. Aktuell gibt es etwa 700 verschiedene Sorten alkoholfreien Bieres auf dem Markt, alkoholfrei liegt im Trend.

Aber die Frage, die uns hier interessiert ist: Eignet sich wirklich jedes alkoholfreie Bier während der Schwangerschaft?

Ein „alkoholfreies“ Bier, ein anderes alkoholfreies Getränk, aber auch ein Fruchtsaft, kann tatsächlich noch eine geringe Menge Alkohol enthalten, nämlich bis zu 0,5 Volumenprozent (% vol.).

Auf einen Blick:
Gesetzliche Bestimmungen zum Alkoholgehalt

AlkoholgehaltKennzeichnung laut Gesetz
0,0 % vol.Darf laut Gesetz die Bezeichnung „ohne Alkohol“ tragen
0,5 % vol.Darf sich laut Gesetz „alkoholfrei“ nennen
1,2 % vol.Ab diesem Wert muss der Alkoholgehalt genannt werden

Leider steht das nicht immer so eindeutig groß auf der Flasche drauf, sondern versteckt sich mitunter in den sehr klein geschriebenen Angaben. Ein halber Liter alkoholfreies Bier kann also 2,5 Milliliter reinen Alkohol enthalten! Zum Vergleich: Ein Glas 40-prozentiger Schnaps (2 cl) enthält 8 Milliliter reinen Alkohol.

Und Fruchtsäfte dürfen gesetzlich ebenfalls bis zu 3 Milliliter pro Liter enthalten, Traubensaft sogar bis zu 10 Milliliter pro Liter.

Trinkt eine Schwangere täglich einen halben Liter alkoholfreies Bier, entspricht dies etwa der Alkoholmenge eines Glases Wein pro Woche. Um wirklich ganz sicherzugehen und das werdende Kind im eigenen Körper optimal zu schützen, sollten Schwangere vollständig auf Alkohol verzichten und zu besonderen Anlässen als Alternative zu Alkohol nur wirklich alkoholfreie Getränke – die gar keinen Alkohol mehr enthalten – trinken. Diese werben in der Regel deutlich mit einem Alkoholgehalt von 0,0 % auf dem Etikett.

Risikofaktor Zucker: Schwangerschaftsdiabetes vorbeugen

Ein anderer Faktor, der bei alkoholfreiem Sekt und Bier nicht in Vergessenheit geraten sollte, ist der hohe Anteil an Zucker. Davon enthalten die alkoholfreien Varianten nämlich meist deutlich mehr als die alkoholhaltigen. Wenn du also unter Schwangerschaftsdiabetes leidest oder mit Übergewicht zu kämpfen hast, solltest du alkoholfreies Bier und alkoholfreien Sekt in der Schwangerschaft lieber komplett weglassen.
Hier berichtet Sandra auf unserem Blog von ihren Erfahrungen mit Schwangerschaftsdiabetes.

3. Wie werden Bier, Wein oder Sekt eigentlich alkoholfrei hergestellt?

Bier enthält normalerweise zwischen 4 und 12 % Alkohol. Alkoholfreies Bier darf aber höchstens 0,5 Volumenprozent aufweisen. Um eine alkoholfreie bzw. alkoholarme Variante von Sekt, Wein, Bier oder anderen Getränken herzustellen, die normalerweise Alkohol enthalten, wird entweder der Gärungsprozess verkürzt oder dem Getränk wird anschließend der Alkohol entzogen.

Bei der ersten Variante wird der Gärungsprozess einfach verkürzt, um die Umwandlung von Zucker in Alkohol zu begrenzen. Das Bier wird also entweder langsam bei niedriger Temperatur gebraut, damit nicht zu viel Zucker entzogen wird. Oder die Gärung wird abrupt gestoppt. Bei diesem Bier muss anschließend noch Kohlensäure zugegeben werden.

Wird der Alkohol dem Getränk im Nachhinein entzogen, geschieht das meist per Destillation: Da Alkohol einen niedrigeren Siedepunkt hat als Wasser, verdampft er bereits ab einer Temperatur von 78 Grad Celsius. Zurück bleibt das alkoholfreie Getränk mit einem sehr geringen Anteil an Alkohol. Alternativ gibt es auch die Filtration, die allerdings sehr teuer ist, und die Vakuumdestillation, bei der das Bier aufgrund des Vakuums nur bis 35 °C erhitzt werden muss.

Bei alkoholfreiem Sekt und Wein wird der Alkohol im Vakuum bei 30 bis 35 Grad verdampft. Die zweite Gärung findet nicht statt, daher wird auch alkoholfreiem Sekt Kohlensäure zugesetzt. Und dieser heißt aus rechtlichen Gründen darum auch nicht Sekt, sondern „schäumendes Getränk aus alkoholfreiem Wein“.

0,0 %: Eine sichere Alternative für Schwangere sind alkoholfreie Getränke ganz ohne Alkohol

Zur vollständigen Entfernung des Alkohols können beide Verfahren miteinander kombiniert werden: Aus einem durch gestoppte Gärung hergestellten alkoholfreien Bier kann im Anschluss der restliche Alkohol durch eine Destillation entzogen werden.

4. Alkoholfrei: alternative Getränke für Schwangere, die ohne Alkohol auskommen, aber mehr hermachen als Kräutertee

Du kannst keinen Kräutertee mehr sehen, aber alkoholfreies Bier ist auch nicht wirklich deins? Dann kannst du zum Beispiel die folgenden Ideen ausprobieren. Bei manchen davon trinken vielleicht auch ältere Geschwister gerne mit – und dein Partner sowieso.

Ein Hinweis vorneweg: Für Fruchtsäfte und Sirup gilt dasselbe wie für alkoholfreies Bier und Sekt, sie enthalten Zucker und sollten daher in der Schwangerschaft nur in Maßen genossen werden!

  • Selbstgemachte Limonade: Dazu brauchst du nur frischen Zitronensaft, Wasser, ein wenig(!) Zucker und als extra Zutat Zitronenmelisse. Wenn du die abgeriebene Zitronenschale mit heißem Wasser überbrühst und ein paar Stunden ziehen lässt, bekommst du ein besonders intensives Aroma.

  • Eistee: Nimm in der Schwangerschaft lieber Pfefferminztee statt Schwarztee und gib etwas Zitronensaft, Honig und reichlich Eiswürfel dazu. Aufpeppen kannst du den Eistee zudem mit Beeren, Zitronen- und Orangenscheiben und Minze oder Zitronenmelisse. Je länger du die Zutaten ziehen lässt, umso intensiver wird der Geschmack.

  • Hugo: Einen Hugo kannst du auch in einer alkoholfreien Variante selbst zubereiten. Nimm entweder einen alkoholfreien Sekt (natürlich mit 0,0 % Alkohol) oder ein Ginger Ale, gib etwas Holunderblütensirup zu, Zitronen- und Limettensaft sowie reichlich Mineralwasser.

  • Mocktail: Manchmal darf es auch etwas aufwendiger sein. Es gibt mittlerweile zahlreiche Rezepte für alkoholfreie Cocktails bzw. „Mocktails“.
  • Gin & Radler: Gin? Ja, richtig gelesen – mittlerweile auch bei uns angekommen sind alkoholfreie Spirituosen aber auch leckeres Radler alkoholfrei verfügbar und eröffnen damit noch unzählige weitere 0 % Alternativen!

ein leckerer alkoholfreier cocktail für schwanger mit pfefferminze und erdberren

5. Nach der Schwangerschaft:
Was ist mit dem Glas Sekt für den Milcheinschuss?

Das Kind ist da, Mutter und Kind sind hoffentlich wohlauf und schon kommt der gutgemeinte Rat: Für den Milcheinschuss ist ein Glas Sekt gut! Und du fragst dich: Echt jetzt?

Die kurze Antwort lautet auch hier: Die Milch kommt auch ohne Glas Sekt, und zum Anstoßen ist ein alkoholfreier Cocktail besser!

alkoholfrei stillen: kein alkoholhol in der stillzeit!

Alkohol in der Muttermilch

Die lange Antwort lautet, dass Alkohol in die Muttermilch übergeht. Und man zudem festgestellt hat, dass gestillte Kinder weniger Milch trinken, wenn die Mutter Alkohol getrunken hat, was wiederum dazu führt, dass die Milchproduktion nachlässt. Alkoholische Getränke regen die Milchbildung also gar nicht an, sondern verringern sie vermutlich sogar. Dies gilt nicht nur für den Milcheinschuss nach der Geburt, sondern für die gesamte Stillzeit.

Mehr Infos und persönliche Erfahrungen zum Thema Stillen und Alkohol findest du in diesem Blogbeitrag von Helena.

Alkoholfrei in Gesellschaft –
Die besten Alkohol-Ausreden in der Schwangerschaft

Keinen Alkohol zu trinken ist für dich kein Problem, aber scheinbar für deine Mitmenschen? Hier findest du die passenden „Ausreden“, wenn du schwanger bist und darum auf Alkohol verzichtest, aber noch nicht jedem von deiner Schwangerschaft erzählen möchtest.

alkoholfrei feiern: Alkohol Ausreden um die Schwangerschaft geheim zu halten

Fotos von Karolina Grabowska, Cristopher Zatta Manfrin, Nicole Michalou, Sylwester Ficek und unseren Bloggerinnen und Bloggern.

1 comments on “Endlich schwanger – aber wie kann ich jetzt darauf anstoßen?

  1. Naja, das hier so formulierte Problem ist nur deswegen ein Problem, weil die Gesellschaft in Deutschland seit einem halben Jahrhundert alkoholisiert ist. Das war nicht immer so, auch wenn immer schon Alkohol genossen wurde. Warum muss denn jedes irgendwie auch nur etwas vom Normalalltag abweichende besondere Ereignis überhaupt rituell mit Alkoholkonsum gekoppelt sein wie beim Hund von Pawlow? So dass man sich schon rechtfertigen oder zumindest erklären muss, wenn man keinen Alkohol geniessen möchte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert